Trauerkultur: Eine Ausstellung, die unter die Haut geht

Trauerkultur : Eine Ausstellung, die unter die Haut geht

(red/iro) „Ich wollte etwas, was ich immer bei mir trage“, sagt Gela zu ihrer Entscheidung, sich nach dem plötzlichen Tod ihres Sohnes ein Tattoo stechen zu lassen. „Es ist die optische nach außen getragene Verbindung zu meiner Mama“, ergänzt die 23-jährige Jennifer.

Weil sie  sich für immer an einen geliebten, verstorbenen Menschen erinnern wollen, lassen sich heute viele Menschen ein Tattoo stechen. Mehr als 100 Menschen folgten dem Aufruf der Fotografin Stefanie Oeft-Geffarth sowie der Trauerbegleiterin und Fernsehjournalistin Katrin Hartig. Die beiden interviewten und fotografierten die Trauernden. Das Ergebnis ist  in der Foto-Wanderausstellung „TrauerTattoo: Unsere Haut als Gefühlslandschaft“ zu sehen, die von Freitag, 4. Oktober, 19 Uhr, bis Dienstag, 15. Oktober, in Morbach in der Gärtnerei Berg gezeigt wird. Der Christliche Hospizverein Morbach präsentiert diese Ausstellung zum Welthospiztag.

Das Tattoo kann Liebeserklärung und Brücke zum Verstorbenen sein. Die Motive sind vielfältig: ein Handabdruck, die letzten Worte aus seinem Abschiedsbrief, eine Kinderzeichnung. Das Tattoo ist dauerhaft und damit ein Zeichen für immer. „Trauer geht nicht vorbei. Sie verändert sich und sucht nach Ausdruck. Sie will gesehen werden. Und diesem Anliegen  will das Projekt gerecht werden“, sagt die Trauerbegleiterin. Experten, ein Kriminalbiologe, ein Neuropsychologe  und eine Psychologin ordnen  die Erfahrungsberichte ein.

Die Vernissage in Morbach wird begleitet von Fret Buzz (Gesang und Gitarre). Mit dabei ist auch ein Tattoo-Studio aus Niederbrombach. Der Eintritt ist kostenlos. Die Ausstellung ist während der üblichen Öffnungszeiten der Gärtnerei geöffnet.

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