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Eine Bäckerei für St. Paul in Wittlich

Immobilien : Eine Bäckerei für St. Paul in Wittlich

400 Menschen wohnen inzwischen in Wittlichs Neubaugebiet auf der grünen Wiese zwischen Wengerohr und der Innenstadt. Zur Nahversorung gibt es Null Angebot. Zwei Wittlicher Investoren sind gerade dabei, das zu ändern.

In Wittlichs Neubaugebiet St. Paul, das als „Mehrgenerationendorf“ vermarktet wird, entsteht seit der Erschließung im Jahr 2013 am laufenden Band Wohnraum. Auf den 30 Bauplätzen für Einfamilien- sowie Mehrfamilienwohnhäuser sind mittlerweile 235 Wohneinheiten entstanden. Der Verkaufsschlager in St. Paul sind barrierefreie Eigentumswohnungen.

Doch nach TV-Informationen ist St. Paul derzeit ausverkauft und damit nichts mehr im Angebot. Bauarbeiten für weitere Mehrfamilienhäuser laufen jedoch. Mittlerweile wohnen in St. Paul knapp 400 Menschen. Hinzu kommen die Bewohner der Seniorenresidenz und einer Kinder- und Jugendeinrichtung.

Doch etwas fehlt den Bewohnern auf dem Areal zwischen der Innenstadt und Wengerohr: In St. Paul kann man sich inzwischen zwar zu Finanzdienstleistungen beraten lassen, eine Versicherung abschließen oder die Katze zum Tierarzt bringen  – all das ist  mittlerweile möglich.

Aber Angebote,  für den täglichen Bedarf einzukaufen, fehlen dort. Seit der Schließung des Restaurants samt Biergartens im Alten Missionshaus, die Betreiber hatten das Geschäft im Herbst 2020 aufgegeben (unsere Zeitung berichtete), hat sich das Angebot im Bereich Essen und  Trinken komplett auf  Null reduziert.

Dabei sieht der Bebauungsplan auch Gewerbeeinheiten zur Nahversorgung der Bewohner vor. Und nachdem in St. Paul sieben Jahre lang Wohnraum geschaffen wurde, geht es dort nun  auch los: Marija und Murat Özaydin, seit dem Bau ihres Einfamilienhauses vor sechs Jahren sind sie St. Pauler der ersten Stunde, bauen derzeit die erste Gewerbeeinheit zur Nahversorgung. Im TV-Gespräch auf der Baustelle erklären die beiden Immobilienmanager und Investoren, was dort entstehen soll. Im Erdgeschoss sieht der Neubau neben acht Wohneinheiten im Erdgeschoss 200 Quadratmeter Gewerbefläche vor. Diese Gewerbefläche möchten die Özaydins nach Fertigstellung des Gebäudes im Frühjahr 2022 an eine Bäckerei vermieten.

„Weil es hier nichts gibt“, sagt Marija Özaydin. „Es wurde immer davon gesprochen, dass hier eine Bäckerei hinkommt. Irgendwann haben wir uns gefragt: Warum machen wir das nicht selbst? Ein Bäcker wäre hier prima“, erklärt die Investorin. Sie seien überzeugt von dem Gebiet. Die Bäckerei solle neben einem breitgefächerten Sortiment an Backwaren auch die Möglichkeit für einen schnellen Einkauf liefern, sagt Özaydin.

„In Kombination mit dem Verkauf von Eiern und anderen Waren – möglicherweise in Kooperation mit einem Bauernhof.“ Diese Bäckerei solle viel anbieten wie beispielsweise auch einen warmen Pizza­snack und Salate. Letztlich sei aber die Frage, „ob der Bäcker das mitmacht. Das müsse der ja schließlich selber entscheiden.“

Einen Vertrag mit einem Interessenten und Pächter sei bisher noch nicht unterzeichnet worden, erklärt Özaydin, man sei aber bereits  mit Interessenten im Gespräch. Das Gebäude werde modern, sagt Özaydin, „liegt in bester Lage in St. Paul und wir werden auch nicht an der Inneneinrichtung sparen“. Das Unternehmerpaar investiert mit seinem Unternehmen Rise-Estates zwei Millionen Euro in das Bauvorhaben. Nachdem nun also mittlerweile rund 400 Menschen im Neubauhgebiet St. Paul wohnen, trauen sich Investoren auch an Projekte zur Nahversorgung. Dabei befindet sich Torsten Manikowski, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft St. Paul, bereits seit vielen Jahren im Gespräch mit Investoren, um einen Supermarkt in St. Paul zu etablieren.

 Zwei Millionen Euro investiert das Unternehmen Rise-Estates im Neubaugebiet St. Paul in Wittlich in ein Gebäude mit acht Wohneinheiten und Gewerbefläche für eine Bäckerei.
Zwei Millionen Euro investiert das Unternehmen Rise-Estates im Neubaugebiet St. Paul in Wittlich in ein Gebäude mit acht Wohneinheiten und Gewerbefläche für eine Bäckerei. Foto: Rise Estates

Zuletzt berichtete unsere Zeitung  2018 über die Absichten eines Investors, dort einen Markt mit knapp 800 Quadratmetern Verkaufsfläche zu bauen. Doch der Investor, sagt Manikowski, sei in letzter Minute abgesprungen. „Die Verträge waren fertig, aber nicht unterzeichnet.“ Allerdings gebe es aktuell einen neuen Interessenten, sagt Manikowski. „Wir sind guter Hoffnung.“