Eine Bitte, keine Klage

Eine durchgängige Verbindung anstelle des weggefallenen Teilstücks der B 327 am Hahn. Das möchte der Landkreis Bernkastel-Wittlich haben. Der Kreisausschuss hat eine entsprechende Bitte an das Verkehrsministerium formuliert.

Wittlich. Was im Landkreis Cochem-Zell beschlossene Sache ist, stand in der jüngsten Sitzung des Bernkastel-Wittlicher Kreisausschusses gar nicht zur Diskussion: Die Klage gegen den geänderten Planfeststellungsbeschluss zur Erweiterung des Flughafens Hahn. Das Bernkastel-Wittlicher Gremium beließ es bei einem Appell an das zuständige Verkehrsministerium in Mainz. Das möge veranlassen, "dass die infolge der Start- und Landebahnverlängerung entstandene Lücke zwischen den Knotenpunkten B 327/K 77 und B 327/L 193 durch eine klassifizierte Straße geschlossen wird."Tiefe Löcher im Wirtschaftsweg

Dem Beschluss vorausgegangen waren die Beratungen des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr des Landkreises. Der war übereinstimmend der Auffassung, dass der Weg nicht als Wirtschaftsweg bestehen bleiben könne. Dass gelte unabhängig von der Ausbauweise im Hinblick auf die zu erwartende Verkehrsbelastung durch langsam fahrenden Verkehr und PKW und die damit verbundene Verkehrssicherung. Mit der Forderung nach dem Ausbau der rund drei Kilometer langen Strecke reagiert der Landkreis auf den geänderten Planfeststellungsbeschlusses zum Flughafenausbau vom 19. September. Darin war festgestellt worden, dass das weggefallene Teilstück der B 327 nicht wiederhergestellt werden muss. Grund: Es gibt eine den Verkehrsteilnehmern zumutbare Umfahrung der Lücke in der Bundesstraße. Nämlich die Bundesstraße 50 zwischen Büchenbeuren und Kappel. Laut geändertem Planfeststellungsbeschluss bedeute diese Umfahrung für den Verkehr von Morbach in Richtung Kastellaun/ Emmelshausen nur eine Mehrlänge von fünf Kilometern. Dies bedeute eine Mehrfahrzeit von vier bis fünf Minuten. Derzeit befindet sich der Wirtschaftsweg entlang des Flugplatzzauns in einem eher jämmerlichen Zustand. Der Wirtschaftsweg ist 4,50 Meter breit und hat an beiden Seiten zusätzlich noch 75 Zentimeter breite Banketten. Der Weg ist sandgebunden befestigt. Innerhalb weniger Monate haben LKW und landwirtschaftliche Fahrzeuge tiefe Löcher in die Fahrbahnoberfläche gefahren. Für normale PKW ist die Strecke derzeit nahezu unpassierbar.