Eine Burg mit Schneebesenturm

Das Sommerheckmeck-Festival hat mit Ritter Rost in Wittlich Station gemacht. Das Marotte- Kindertheater hat den Kindern die Abenteuer nahegebracht.

Jan Mixsa agiert zusammen mit dem Figurenensemble aus dem Stück Ritter Rost auf der Bühne. TV-Foto: Christina Bents Foto: Christina Bents (chb) ("TV-Upload Bents"

Wittlich Krachend und mit großem Lärm fallen verschiedene Metallteile auf der Bühne der Synagoge zu Boden. Die Kinder zucken zusammen, aber es war nichts Gefährliches, nur Baumaterial für die Burg des Ritter Rost. Aus einer Zinkwanne, einem Trichter, Bechern, Tassen, Stäben und Dosen baut der Figurenspieler Jan Mixsa die Burg des Ritter Rost auf.
Er erklärt den Kindern den Ost- und den Westturm, und sogar ein Kochturm hat dort sein Zuhause. Mit einer Fahne auf dem Schneebesenturm, einer Zugbrücke aus einer Küchenreibe und einem Trockenplumpsklo ist die Burg schließlich komplett. Dem Ritter Rost gefällt sie, und er singt den 50 Besuchern sein Lied vor: "Mein Vater hat mich hergestellt, aus dem schönsten Schrott der Welt. Statt Cola oder Dosenbier trinke ich Maschinenschmier."
Die Kinder hören ihm aufmerksam zu und singen mit. Kräftig lachen sie, als ein Bauteil übrig ist, Mixsa es hinter den Vorhang kicken will, es aber immer wieder zurückkommt. Als das Teil schließlich doch noch einen Platz in der Burg findet, will der Ritter erst einmal von Burgfräulein Bö geölt werden, doch die hat keine Zeit, denn schließlich will sie noch Kettenhemden stricken.
Mit seinem Pferd Feuerstuhl macht er sich auf den Weg zum Zirkus. Dort treten bei einem Wettbewerb ein Vampir, ein Bauchredner, ein Werwolf und ein Drache auf. Dabei gelingt es Jan Mixsa in Sekundenschnelle, in die verschiedenen Charaktere zu schlüpfen. Mal spricht er wie der Zirkusdirektor tief und temperamentvoll, dann ist seine Stimme höher und linkisch wie beim Vampir. Dazwischen hat er immer wieder Kontakt mit den Kindern, sucht Augenkontakt, spielt parallel dazu mit Gitarre, Mundharmonika, Miniakkordeon und Registrierkassen. Als der Drache schließlich das Zirkuszelt, das aus einem umgedrehten Sonnenschirm besteht, abbrennt, ist es um den Heldenmut des Ritters schnell geschehen. Und er flieht zurück in die Burg, wo er sich samt seinem Teddy verkriecht. Schließlich kommt die Feuerwehr mit einem echten kleinen Schlauch und spritzt die Kinder ein wenig nass.
Schließlich ist es das Burgfräulein Bö, das in den Kampf mit dem Drachen steigt und diesen besiegt. Dabei kommt heraus, dass der Zirkusdirektor den Drachen angestiftet hat, das Zelt abzubrennen. Schließlich nimmt sie den Drachen mit nach Hause, wo sich Ritter Rost vor ihm versteckt. Doch dann will er schummeln und den Kindern erzählen, dass er den Drachen besiegt hat. Aber die Kinder haben gesehen, dass es das Burgfräulein Bö war. Sie hat auch eine fantastische Idee. Sie gibt dem Drachen einen Schlauch in den Mund, der bis zur Burg führt. Mit seinem Feuer kann er die Burg heizen, "weil es da immer so kalt ist", wie sie berichtet.
Jan Mixa zeigt den Kindern zum Schluss noch einen Trick: Ritter Rosts Pferd Feuerstuhl frisst Büroklammern. Damit die Büroklammern schön klappern in der Dose, aber beim Öffnen nicht herausfallen, gibt es eine zweite Dose in der Dose, in der die Klammern sind. Anschließend haben die Kinder Gelegenheit, ein Foto mit Ritter Rost und Jan Mixsa zu machen.