Eine etwas andere Weihnachtsfeier

Kröv · Großes Fest vor dem Fest: Seit 1994 feiern viele junge Leute in Kröv in den Heiligabend hinein. In diesem Jahr war die Weinbrunnenhalle mit mehr als 2200 Partygästen prall gefüllt, die Organisatoren des Jugendclubs Kröv waren sehr zufrieden. Doch auch Polizei und Sanitäter hatten einiges zu tun.

Kult-Party: In Kröv feiern Menschen aus dem ganzen Landkreis bei der Jesus Christ Birthday Party des Jugendclubs in den Heiligabend hinein. TV-Fotos (2): Holger Teusch

Foto: Holger Teusch (teu), Holger Teusch ("TV-Upload Teusch"

Kröv. Christian Wilhelm ist Wiederholungstäter. "Ich habe aufgehört zu zählen", erklärt der 23-Jährige. Wie oft er bereits bei der Jesus Christ Birthday Party (kurz JCB-Party) war, weiß er nicht mehr. Das Alternativprogramm zum Geschenkeverpacken vom 23. auf den 24. Dezember, gehört für den jungen Mann aus Blankenrath zum Weihnachtsfest wie die Kerzen am Tannenbaum. "Ich habe in Traben-Trarbach Abi gemacht. Da trifft man hier immer viele Bekannte", sagt Wilhelm.
Ihre JCB-Premiere feiern hingegen Svenja Immig (18) und Franzi Peter (19) aus Altrich. "Ich habe es mir nicht so gut vorgestellt", sagt Immig. Es ist ein bisschen voll, aber die Musik ist besser, als erwartet", ergänzt ihre Freundin.
In der Kröver Weinbrunnenhalle ist kaum mehr ein Durchkommen. Dicht an dicht stehen die meist zwischen 18 und 30 Jahre alten Partybesucher, tanzen ein bisschen zur Musik der DJs oder unterhalten sich. Etwas mehr als 2200 zahlende Besucher zählen die Organisatoren nach Angaben des zweiten Jugendclub-Vorsitzenden Daniel Martini in diesem Jahr.
Wer sich nicht ins Gedränge stürzen will, trifft sich vor dem Kassenbereich an einem Glühweinstand. Dort findet man die älteren Kröver, die zu Weihnachten nach Hause kommen. Der Vorsitzende des Jugendclubs, Benjamin Beth freut sich, dass dies gut angenommen wird.
Für so eine große Party braucht es auch viele Helfer: 150 Ehrenamtler, 20 Securitymänner, zwölf Sanitäter des DRK Traben-Trarbach, 20 Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Kröv sowie 16 Einsatzkräfte der Polizeiinspektionen Bernkastel-Kues und Zell. Für sie alle geht es erst am frühen Morgen ins Bett.
Um drei Uhr wird in der Weinbrunnenhalle das Licht an und die Musik ausgeschaltet. Die Helfer, die in der letzten der insgesamt drei Schichten arbeiten, machen sich sofort ans Aufräumen.
Die Polizei regelt die Abreise der Tausenden Partygäste (siehe Extra), die dank Shuttlebussen aus Richtung Bullay und Kesten (zurück bis Wittlich) zügig verläuft. "Die Busse waren wieder voll", sagt Benjamin Beth. Er freut sich, dass das Angebot, das einen nicht unerheblichen vierstelligen Euro-Betrag koste, gut angenommen wird. Aber nicht alle treten die Heimreise mit dem Bus an - Polizei-Einsatzleiter Axel Schnitzius stellt subjektiv einen verstärkten Individualverkehr fest.
Extra

Ab ein Uhr habe es immer mehr Rangeleien und bis kurz nach vier Uhr, dem übermäßigen Alkoholkonsum geschuldet, auch Schlägereien mit mehreren Körperverletzungsdelikten gegeben, berichtet Polizeihauptkommissar Axel Schnitzius. Zwei Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen und vier Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Das DRK Traben-Trarbach behandelte sieben Personen ambulant. Das sei wenig, erklärte Einsatzleiter Nils Wallenborn. Vor einem Jahr waren es elf Behandlungen. Allerdings sei die Zahl von vier Krankenhaustransporten hoch (in den Vorjahren jeweils nur einer). teu