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Eine Frau setzt auf die Gemeinschaft

Eine Frau setzt auf die Gemeinschaft

MERSCHBACH. Es ist nicht einfach, auch in einem noch so kleinen Ort Bürgermeister zu werden. Das hat die Ortsbürgermeisterin von Merschbach, Iris Hornberg, am eigenen Leib erfahren. Ihre Wahl war wirklich eine "schwere Geburt". Doch jetzt ist wieder Ruhe in dem kleinen, 65 Einwohner zählenden Dorf eingekehrt, und Hornberg kann ihren eigentlichen Pflichten und Aufgaben als Ortsbürgermeisterin nachgehen.

Wie anderswo auch, ist es in Merschbach üblich, dass das, was der Ortsgemeinderat beschlossen hat, auch tatkräftig umgesetzt wird. Das sind Arbeitseinsätze wie Hecken schneiden und Unkraut jäten auf dem Friedhof, rund um den Brunnen oder am Gemeindehaus. "Am Anfang halfen noch viel mehr Leute. Die sind weniger geworden", beklagt die Bürgermeisterin. Bagger werden bald rollen

Noch in diesem Jahr sollen in Merschbach Straßenbaumaschinen anrollen, denn drei Nebenstraßen werden ausgebaut. Dafür hat Hornberg vom Land und Kreis 30 000 Euro Zuschuss locker gemacht. Dennoch kommt noch ein Beitrag auf die Anlieger zu. Was bereits angepackt wurde, ist die Vermeidung von Wildverbiss-Schäden im Wald rund um das Dorf. Drei junge Leute halfen dem Forstamt beim Anbringen so genannter "Schälschädenmatten" an Bäumen, die das Wild daran hindern, die Rinde anzuknabbern und den Baum dadurch massiv zu schädigen. "Gerade junge Bäume sind hier stark gefährdet", weiß Iris Hornberg und plädiert dafür, die Maßnahme im nächsten Jahr fortzusetzen. Touristen sollen Einzug halten

Der Wildbestand soll durch eine erhöhte Abschussrate auf ein normales Maß reduziert werden. Tourismus könnte im Dorf Einzug halten, wenn im "Haus Irmgard" nach einem Besitzerwechsel und einer Renovierung wieder Ferienwohnungen angeboten würden, wie es schon einmal der Fall war. Eine schöne Grillhütte ist schon mal ein erstes einheimisches Angebot. Einige Häuser sollen den Besitzer wechseln, darunter auch eine alte Mühle. "Wenn diese Gebäude alle renoviert werden, passen sie perfekt ins Ortsbild", hofft die Bürgermeisterin. Bei einem Punkt im Dorf drückt die Ortsbürgermeisterin jedoch der Schuh: "Der Dorfplatz mit Brunnen aus Waschbeton sollte verschönert werden". Tatsächlich wird hier das Bild des schmucken Dörfchens ein wenig getrübt. Und hierbei sind wieder die Bürger gefragt: Iris Hornberg setzt auf deren Mithilfe.