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Eine Freiluftgalerie mit ganz besonderer Atmosphäre

Eine Freiluftgalerie mit ganz besonderer Atmosphäre

Mehrere tausend Gäste haben am Wochenende die elfte Auflage von Kunst an Hecken und Zäunen im Wittlicher Stadtpark besucht. Erstmals haben die Organisatoren einen Rundgang mit Ausstellern bilden können.

Wittlich. Bilder, Skulpturen, Emaillearbeiten: Der Wittlicher Stadtpark hat sich am Wochenende in eine Freiluftgalerie verwandelt. Bereits zum elften Mal hat der Verein Kunst an Hecken und Zäunen die gleichnamige Ausstellung im Wittlicher Stadtpark organisiert. 50 Künstler aus Wittlich und der näheren Umgebung, aber auch aus dem Westerwald, dem Saarland, Aachen, Bitburg, Gerolstein und Trier haben dort ihre Werke ausgestellt.Erstmals kompletter Rundgang


Die Dauner Malergruppe Rouge zeigte sich gleich mit mehreren Ständen. "Viele Hobbykünstler arbeiten im Verborgenen und haben Hemmungen, auszustellen. Hier können sie sich zeigen", sagt Claudia Pfeiffer vom Vorstand des Vereins.
Hinzu kommen Objekte von Wittlicher Schulen, Behinderten und Asylsuchenden. Rund 30 Kinder, die als Besucher in den Stadtpark gekommen sind, haben selbst ein Kunstwerk geschaffen. Das Bild, das etwa vier Meter breit und zwei Meter hoch ist, soll eine Wand in der Wittlicher Stadtbibliothek verschönern.
"So viele Aussteller hatten wir noch nie", sagt Karl-Rainer Schmitz, zweiter Vorsitzender von Kunst an Hecken und Zäunen. So hat das Organisationsteam rund um Michaele Funke-Schmitz erstmals einen kompletten Rundgang im Stadtpark einrichten können.
Der Schwerpunkt der ausgestellten Kunstwerke liegt auf Bildern. Öl, Aquarell, Acrylfarbe oder Fotos, Porträts, Landschaftsaufnahmen, Collagen, gesprayte Wände oder Tierbilder, konkret, verfremdet oder abstrakt, die Palette der ausgestellten Gemälde ist enorm.
Hinzu kommen Skulpturen aus verschiedenen Materialien, Schmuck und Emaillearbeiten. Auffallend ist das gute Verhältnis unter den vielen Ausstellern, die zum Teil im Stadtpark in Zelten oder in ihren Pavillons übernachten.
"Die Gemeinschaft unter den Künstlern ist toll, dazu kommt die wunderschöne Atmosphäre", sagt die Hinzerather Malerin Sue Böll, die zum vierten Mal im Stadtpark ausstellt.
Die Fotografin Sylvia Bergmann-Böhmer beteiligt sich zum ersten Mal an Kunst an Hecken und Zäunen, aber schon am Samstag steht für sie fest: "Nächstes Jahr bin ich wieder dabei."
Dabei waren die Umstände für die Veranstaltung nicht ideal, denn bereits am Samstag hat das Wetter mit immer wieder aufkommenden Regenschauern für Änderungen im Programm gesorgt. Zahlreiche Künstler haben ihre Bilder mit Plastikfolien geschützt, die Ausstellerin Ingeborg Martin verzichtet darauf, ihre Emailwerke direkt am Stand zu produzieren, und das Satiricon-Theater sagt sogar die beiden geplanten Vorstellungen ab.Tausende Lichter


Und auch das Feuerwerk um 23 Uhr brechen die Veranstalter ab, weil vereinzelte Raketen quer fliegen und so eine Gefährdung der Besucher nicht ausgeschlossen werden kann. "Der Regen ist leider der Feind der Bilder", sagt Karl-Rainer Schmitz, zweiter Vorsitzender des Vereins.
Doch die kunstinteressierten Wittlicher lassen sich von einem Besuch im Stadtpark nicht abhalten. Besonders in der Dämmerung kommen nach Schätzung von Pfeiffer bis zu 1000 Menschen, die die besondere Atmosphäre mit den tausenden Grablichtern entlang der Wege und den farbig angestrahlten Bäumen genießen wollen.
"Wenn der Stadtpark abends beleuchtet ist, hat die Veranstaltung eine schöne Wirkung", sagt der Besucher Ralf Ludwig aus Wittlich. Auch Viviane Theby gefällt die Atmosphäre der Veranstaltung: "Man sieht nicht nur viel, sondern trifft auch viele nette Leute."