Eine Gruppe Jugendlicher hat Lokalgruppe der Seenotrettung gegründet

Hilfe : Salmtaler Seebrücke will helfen

Eine Gruppe Jugendlicher hat sich  zu einer Lokalgruppe der Seenotrettung zusammengeschlossen. Ein Abend, an dem Flüchtlinge erzählen, soll zur Annäherung und Sensibilisierung beitragen.

Menschen ertrinken im Mittelmeer. Für Theresa Berg, Michael Esch, ihre Freunde und Bekannte ist das eine humanitäre Katastrophe, die politisch verursacht ist.

Obwohl Salmtal rund 2000 Kilometer vom Mittelmeer und den Flüchtlingsbooten entfernt ist, möchten sie etwas tun. Und es bleibt nicht nur beim Reden, sondern die Gruppe, die etwa 25 Personen umfasst, handelt. Im Februar dieses Jahres haben sie sich offiziell zur Lokalgruppe Seebrücke Salmtal zusammengeschlossen und schon eine erste Aktion gemacht. Mit Flyern und Informationsmaterial, das sie von der Seebrücken Organisation (siehe Extra) haben, waren sie bei der Gewerbeschau in Salmtal vertreten und haben das Gespräch mit den Besuchern gesucht. Theresa Berg: „Das Mittelmeer ist von hier zwar weit weg, aber etwas tun, das geht auch von Salmtal aus.“ Die Seebrücke setzt sich dafür ein, dass zivile Rettungsschiffe in den Mittelmeerländern anlegen dürfen, dass Städte und Länder, die Flüchtlinge aufnehmen und dass die Kapitäne der zivilen Seenotrettung nicht kriminalisiert und angeklagt werden. Legale Fluchtwege sind ein weiteres Ziel der Gesamtorganisation.

Ein nächster Schritt der Lokalgruppe Salmtal ist ein Gesprächsabend am Freitag, 14. Juni,  an dem Geflüchtete erzählen. Vier Menschen, zwei Frauen, zwei Männer aus Eritrea, Afghanistan und Äquatorialguinea werden von den Ursachen der Flucht, der Flucht selbst und ihrem Leben in Deutschland sprechen. „Wir wollen dafür sensibilisieren, dass niemand freiwillig sein Land verlässt, sondern dass die Menschen lieber auf der Flucht sterben, als dort zu bleiben“, sagt Theresa Berg. Die Geflüchteten, die an diesem Abend sprechen, kommen aus der Region. Den Kontakt zu ihnen hat das Multikulturelle Zentrum in Trier hergestellt, mit dem die Seebrücke Salmtal kooperiert. Auch mit dem Roten Kreuz, das sich sehr in der Flüchtlingshilfe engagiert, hatten sie schon Kontakt.

Neben Begegnungen zwischen Geflüchteten und Menschen aus der Region wollen die Jugendlichen  Kontakt zur Politik aufnehmen. Dazu Michael Esch: „Es gibt Städte und Kommunen, die bereit sind Flüchtlinge, die von privaten Seenotrettungsbooten kommen, aufzunehmen. Sie nennen sich Sichere Häfen und es sind bundesweit etwa 60, die mindestens eine der von Seebrücke genannten Forderungen unterstützen, beispielsweise Köln, Hamburg, Potsdam, Erlangen, Konstanz, Wiesbaden, Dortmund, Leipzig oder Jena. In Rheinland- Pfalz unterstützen Mainz und Trier die Forderungen. „Das ginge aber auch auf Verbandsgemeindeebene“, meint Michael Esch.

Am Abend im Bürgerhaus Salmrohr ist eine moderierte Fragerunde mit den Flüchtlingen vorgesehen, anschließend können Fragen vom Publikum gestellt werden. Infomaterial liegt ebenfalls aus. Der Eintritt ist frei, aber Spenden sind willkommen. Diese werden an Seebrücke weitergeleitet und beispielsweise für die Anwälte der angeklagten Besatzungen der Seenotschiffe eingesetzt.

Geflüchtete Erzählen findet am Freitag, 14. Juni, im Bürgerhaus Salmrohr statt. Ab 18 Uhr ist Einlass, Beginn 18.30 Uhr.

Mehr von Volksfreund