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Eine halbe Million Euro im Topf: LAG unterstützt Projekte an der Mosel

Infrastruktur : Frische Ideen für die Mosel

Eine halbe Million Euro sind im Fördergeldtopf der EU für die Mosel. Mit dem Geld wird auch die Machbarkeitsstudie des Hängebrückenprojekts in Bernkastel-Kues gefördert. Bis September können noch weitere Anträge eingereicht werden.

„Es gibt immer Fördergelder, man muss nur wissen, wo und wie man an sie herankommt.“ Das ist eine alte Kommunalpolitikerweisheit und sie trifft auch häufig zu. Einer dieser Fördertöpfe sind die Summen, die die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) Mosel, von dem Leader-Förderprogramm der EU bezieht.

 In der vergangenen Auswahlsitzung der LAG konnten wieder zahlreiche Projekte ausgewählt werden. Dazu zählt das Engagement der Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues, das auf ein neues touristisches Angebot abzielt (der TV berichtete). In einer Machbarkeitsstudie soll die Möglichkeit des Baus einer Hängeseilbrücke untersucht werden. Sie könnte eine neue Attraktion für den Moselsteig werden.

Ein weiteres Projekt erhielt ebenfalls den Zuschlag: Der „digitale Urlaubsbegleiter“ (Stadt Cochem) möchte die Gäste vor, während und nach ihrem Aufenthalt in der Region digital begleiten. Neben Veranstaltungs- und Ausflugsvorschlägen bietet die APP beispielsweise auch die Buchung der Angebote. Mit dem „Panorama Höhenradweg“ möchte die Mosellandtouristik GmbH eine neue touristische Fahrradroute zwischen Perl und Koblenz auf den Höhen des Moseltals ausweisen. Die Touristiker versprechen sich durch die zunehmende Zahl an E-Bike-Fahrern eine Erweiterung des Angebotes im Segment des Radtourismus.

Auch das neue weintouristische Angebot des „Weingarten Cochem“ von Florian Gräfen wird die LAG mit Fördermitteln unterstützen. Er wird ein Grundstück zu einer Außengastronomie umbauen, die flexibel mit einem „Foodtruck“ bedient werden kann. Ein neues Angebot für Einheimische wie Touristen wird auch Klaus Pötter aus Traben-Trarbach schaffen. Er erweitert die bereits bestehende Zirkus- und Akrobatikschule durch den Ausbau einer Scheune und schafft damit Platz für größere Veranstaltungen und Vorführungen. Den Schutz und die Nutzung der Streuobstbestände in der Region nimmt das Projekt von Christian Regnery aus Kenn in den Fokus: Er schafft eine Mobile Kelterei an und bietet Menschen in der Region an, ihr Obst vor Ort zu Keltern und den Saft abzufüllen.

Die Projektträger konnten die LAG als Jury von ihren Projekten überzeugen. So stellt die LAG insgesamt rund 230 000 Euro an EU-Mitteln und rund 60 000 Euro Landesmittel zur Förderung zur Verfügung. Auch für die Förderangebote „ehrenamtliche Bürgerprojekte“ und „Regionalbudget“ konnte die LAG eine Auswahl der Förderprojekte vornehmen. Über 30 ehrenamtliche Projekte entlang der Mosel zwischen Koblenz und Trier werden mit 30 000 EUR gefördert. „Die Vielzahl und die Kreativität der Projekte ist jedes Mal wieder aufs Neue beeindruckend“, ist die Vorsitzende der LAG Mosel, Christiane Horsch, von den Projekten begeistert. „Es zeigt, wie ehrenamtlich engagiert die Menschen in der Region sind. Allen, die sich so für die Allgemeinheit engagieren, gebührt unser herzlicher Dank.“ Die Möglichkeit, wieder eine Förderung für ehrenamtliche Bürgerprojekte zu beantragen, wird sich voraussichtlich im Frühjahr 2022 bieten.

Für Leader-Vorhaben besteht aktuell wieder die Möglichkeit, Ideen einzureichen. Stichtag ist der 1. September. Für eine Förderung stehen insgesamt 460 000 Euro zur Verfügung. „Die beste Möglichkeit zur Klärung der Förderfähigkeit von Ideen und der Rahmenbedingungen bietet sich im persönlichen Gespräch mit der Geschäftsstelle. Diese steht jederzeit gerne als Ansprechpartner zur Verfügung“, ermuntert Philipp Goßler als Geschäftsführer der LAG Interessierte, sich zu melden.

Informationen sind auf der Homepage www.lag-mosel.de verfügbar oder direkt bei der LAG-Geschäftsstelle, Telefon 06571/142262.