Eine Kugel beendet Günnis Leben

NIERSBACH-GREVERATH. Die Hoffmanns in Greverath trauern: Ihr kleiner Pudel Günni ist durch den Schuss eines Luftgewehrs getötet worden. Die Tat ereignete sich im Garten der Familie.

Idyllisch liegt der 170 Einwohner zählende Ortsteil Greverath auf der Höhe. Doch mit Idylle hat das, was bei Familie Hoffmann passiert ist, nichts zu tun. Ihr kleiner Pudel Günni wurde erschossen. Im eigenen Garten. Marion Hoffmann versteht die Welt nicht mehr. "Warum tut jemand so etwas? Der Günni war der Hund von allen, alle haben ihn geliebt." Ihr Sohn Jan bekam den kleinen Pudel vor drei Jahren zu Weihnachten geschenkt. Für den Dreizehnjährigen war der Tod nun ein Schock. "Günni war ein süßer kleiner Freund", sagt Jan. Auch die dreijährige Tochter des in direkter Nachbarschaft lebenden Bruders habe ihn immer geherzt, heißt es. Er war ja auch so klein. Die Tat ereignete sich vermutlich am Dienstag. Der Pudel trollte sich sich mit den beiden anderen Hunden des Hauses im rundum eingezäunten Garten. Am Nachmittag holte Jan die Tiere rein. Anders als sonst lag Günni vor der Haustüre. Sein Magen grummelte. Eine Magenverstimmung? Marion Hoffmann behielt den Hund zunächst nur im Auge. Nachdem sich sein Zustand nicht verbesserte, ging sie am nächsten Tag mit ihm zur Tierärztin. Dort fiel ihr beim Streicheln eine kleine Wunde im wuscheligen Fell auf. Das Röntgenbild brachte es zu Tage: Eine Kugel aus einem Luftgewehr steckte im Köper des Tieres. Die Analyse der Ärztin: "Da muss jemand ganz nah dran gewesen sein. Die Kugel hat sich durch die Lunge und die Leber gebohrt und ist in der Galle steckengeblieben." Für Günni gab es keine Hoffnung mehr. Auch ein früheres Eingreifen hätte laut Tierärztin nichts genutzt. Ein grausamer Tod nach einem nicht ganz einfachen Leben. Günni kam 2003 von Lanzarote nach Greverath. Über einen Verein, der misshandelte Tiere vermittelt, hat Familie Hoffmann ihn bekommen. Damals war der Hund etwa fünf Jahre alt und hatte schon einiges hinter sich. Vermutlich war er zuvor als Streuner unterwegs gewesen. Die meisten Zähne hatte er verloren. Den Weg zur Tierpension fand er, indem ihn jemand über den Zaun warf. Bei den Hoffmanns begann Günni ein neues Leben. Marion Hoffmann erzählt: "Er war ein lieber Hund, er wich nicht von unserer Seite. Er wollte immer bei einem Menschen schlafen." Wegen seiner fehlenden Zähne wurde er mit extra teurem Futter ernährt. Wen kann der Hund gestört haben? Sein Bellen sei nicht laut gewesen, sagt Marion Hoffmann. Ohnehin habe er nicht viel gebellt und sei auch nicht oft draußen gewesen. Aufgrund seiner Herkunft liebte er die Wärme am Ofen im Haus.Angst vor weiteren Schüssen

Marion Hoffmann hat nun Angst, die anderen Hunde in den Garten zu lassen. Werden auch sie erschossen? Und das ist nicht die einzige Sorge. Ihr Bruder Michael Thomas meint: "Es sind viele Kinder auf dem Grundstück, zum Beispiel meine. Die sind drei und sechs Jahre alt." Auch andere Fragen stellen sich die Hoffmanns nun. Ist ihre Katze, die im vergangenen Jahr tot an der Straße lag, wirklich überfahren oder doch auch erschossen worden? Wer hat ihrer noch lebenden Katze Pommes das Bein gebrochen? In Sachen Günni haben die Hoffmanns Anzeige erstattet. Die Kripo wird nun ermitteln. Beim Erschießen eines Hundes handelt es sich um eine Straftat. Der Strafrahmen reicht laut Tierschutzgesetz dabei von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von maximal drei Jahren.