Eine Menge Zeit und Energie

Nach jahrelangem Engagement ist es dem Bürgerverein Wolf gelungen, den Traum von einem "Kogelherrenweg", der an die "Brüder vom Gemeinsamen Leben" erinnert, wahr zu machen.

Traben-Trarbach/Wolf. (urs) Mit Zwiebelkuchen und Federweißem findet die Erwanderung der sehenswerten Route am Wolfer Kloster einen angemessenen Abschluss. Schließlich würdigt der nun formell eingeweihte "Kogelherrenweg" Menschen, die sich nicht nur geistig verdient gemacht haben. Die "Brüder vom Gemeinsamen Leben" - so der übergeordnete Name - haben sich auch als exzellente Winzer und Kellermeister einen Namen gemacht. Dabei bewohnten die Gelehrten das Kloster nur für etwa 80 Jahre, in denen sie allerdings auch den Weinkeller unter der Wolfer Kirche bauten. Doch die Kogelherren waren auch weit über die Grenzen der Region hin aus geachtete Leute, wie der evangelische Pfarrer Ingo Seebach weiß. "Die Brüder vom Gemeinsamen Leben sind einige der wenigen altkirchlichen Bewegungen, die Martin Luther zeitlebens geachtet und gelobt hat." Luther war in Magdeburg selbst Schüler der Brüder, deren jüngster Wolfer Kogelherr der erste evangelische Pfarrer von Wolf war. Denn 1557 war die Bruderschaft im Zuge der Reformation aufgelöst worden. Vor diesem Hintergrund hegt Seebach den Traum eines europäisch-ökumenischen Begegnungszentrums am Standort der Klosterruine.

Doch vorerst gilt es, die Realisierung des Kogelherrenweges als Teil der "Mosel-Erlebnis-Route" zwischen Trier und Koblenz gebührend zu feiern. Mehr als vier Jahre hat es gebraucht von den ersten Gesprächen bis zur Einweihung der 15 Kilometer langen Route. Wanderer, die sich auf die Spur der Kogelherren begeben und dafür einen Höhenunterschied von etwa 240 Metern in Kauf nehmen, werden mit einem fantastischen Ausblick auf Traben-Trarbach, Wolf, Kröv und Kinheim-Kindel belohnt. Ortsvorsteher Edgar Langen weiß als Vorsitzender des Bürgervereins Wolf allerdings auch, wie viel Arbeit sich hinter diesem Erlebnis verbirgt. Auf der elften Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Wanderwege - inzwischen sei man bei der 40. angelangt - habe das Vorhaben seinen Anfang genommen. Elmar Trossen, Ortsbürgermeister von Kröv, findet es besonders erfreulich, dass der Weg auch die Nachbardörfer mit einbindet. Allerdings wäre das Projekt ohne die Hartnäckigkeit des Bürgervereins wohl zum Scheitern verurteilt gewesen, ist Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus überzeugt. Denn vor allem die längst nicht selbstverständliche "Freiwilligkeit" der Vereinsmitglieder habe dieses Vorhaben realisiert. Verbandsbürgermeister Ulrich Weisgerber erinnert aber auch an die Unterstützung aus dem europäischen Leader-Plus-Programm. In erster Linie stecke in dem Kogelherrenweg aber "eine Menge Energie und Zeit".