Eine Million Euro weniger für Wittlich
Wittlich · Die Goldesel sind nicht mehr so ergiebig wie früher. Mit Einnahmen von 9,5 Millionen Euro durch die ortsansässigen Firmen hatte die Stadt Wittlich für dieses Jahr gerechnet. Doch daraus wird nichts.
Wittlich. Während die Kleinen ihr Niveau halten können, nehmen die Großen nach und nach ab: Noch hat die Stadt Wittlich zwar ihre Gewerbesteuereinnahmen vor allem den Firmen zu verdanken, die jährlich mit 50 000 Euro und mehr den Stadtsäckel füllen. Doch ihr Anteil an den Gewerbesteuereinnahmen sinkt. 2008 machten ihre Zahlungen in Höhe von 6,258 Millionen Euro noch 67 Prozent der Gesamteinkünfte aus. Jetzt sind es noch 65 Prozent. Denn Wittlich hat immer weniger Großzahler. 2008 waren es noch 30, jetzt sind es 17 Firmen, die mehr als 50 000 Euro Steuern zahlen. Sinken die Gewinne, müssen die Unternehmen weniger zahlen und fallen aus dieser Gruppe heraus.
Die kleinen Betriebe, die jedes Jahr bis zu 5000 Euro auf den Tisch legen, halten sich dagegen relativ konstant. 2008 hatten 517 in Wittlich ihren Standort, jetzt noch 480. Insgesamt ist die Menge der zahlenden Betriebe von 950 im Jahr 2008 auf 900 gesunken. Erwirtschaftet eine Firma weniger als 24 500 Euro, ist sie von der Gewerbesteuer befreit.
Die Folge sind für das laufende Jahr etwa eine Million Euro weniger Einnahmen. "2009 und 2010 lagen die Erträge zu diesem Zeitpunkt im Jahr bereits über dem Ansatz", berichtet Stadtkämmerer Rainer Stöckicht. 2009 nahm die Stadt über die Gewerbesteuer 9,54 Millionen Euro ein, 2010 waren es 10,34 Millionen Euro. Jetzt sind es wahrscheinlich nur noch 8,5 Millionen. Schuld sind sinkende Gewinne. Anhand ihrer Höhe wird die fällige Gewerbesteuer festgemacht. Nach Auskunft der Stadtverwaltung sind die Gründe auch in den Investitionen zu suchen, die die Firmen getätigt haben und nun abschreiben. Das vermindert die Gewinne.
Zum Vergleich: Morbach rechnet für 2011 mit 12,8 Millionen Euro Gewerbesteuer, Bitburg mit 12,2 Millionen Euro, die Orte der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues mit 8,8 Millionen Euro. Der Kreis Bernkastel-Wittlich hat 2008 etwa 42 Millionen Euro Gewerbesteuern eingenommen und im Folgejahr 33 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer ist eine der wichtigsten Einnahmequellen von Städten und Gemeinden. Die Höhe berechnet sich nach dem Gewinn der Firma. Die Stadt behält allerdings nur etwa 43 Prozent der Einnahmen, der Rest fließt als Umlage an Bund und Land. Zudem fließen die Gewerbesteuereinnahmen als Steuerkraft in die Berechnung der Kreisumlage ein. Eine Firma zahlt sowohl an ihrem Hauptsitz als auch an den Orten Steuern, wo sie Niederlassungen betreibt. Wie die Gewerbesteuer aufgeteilt wird, richtet sich nach der Höhe der Löhne, die das Unternehmen an den verschiedenen Orten auszahlt. uq