Eine neue Chefin für die Wittlicher Polizei

Wittlich · Die Polizeiinspektion (PI) Wittlich hat eine neue Leiterin. Die 35-jährige Polizeirätin Caroline Schug ist Nachfolgerin von Harald Licht. Der erste Hauptkommissar war nach drei Jahren in Wittlich im August wieder zur PI Schweich gewechselt.

Caroline Schug ist Leiterin der Polizeiinspektion. TV-Foto: Klaus Kimmling

Wittlich. Nach einer neuen Richtlinie dürfen große Polizeiinspektionen nur von Beamten des höheren Dienstes geleitet werden. Die PI Wittlich hat mit einer Frau in Führungsposition noch eine Vorreiterrolle im Bereich des Polizeipräsidiums Trier mit 14 Polizeiinspektionen. Landesweit gibt es noch zwei PI-Chefinnen - in Ingelheim und in Frankental.
Von ihrem neuen Büro aus blickt sie auf den Busbahnhof (Zob) und das Stadthaus. Zu ihrem Dienstbezirk gehören 56 000 Menschen der Stadt Wittlich, Verbandsgemeine (VG) Manderscheid, VG Wittlich-Land und Teile der VG Kröv-Bausendorf, für die rund 60 Mitarbeiter zuständig sind. Caroline Schug ist als neuer Leiterin der Polizeiinspekt ion die Stadt selbst nicht unbekannt. Schon während ihrer Ausbildung war sie in Wittlich, zuletzt 2009 ein halbes Jahr bei der Kripo. Mit TV-Redakteurin Sonja Sünnen hat Schug über Beruf, Privates und ihre neue Führungsposition, die bei der Polizei noch ein Sonderfall ist, gesprochen.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: Eine Frau in einer Führungsposition bei der Polizei ist …
Caroline Schug: … hoffentlich bald ganz normal.

Und was haben Ihre Eltern gesagt, als klar war: Die Tochter geht zur Polizei?
Caroline Schug: Die Überraschung war nicht besonders groß. Ich wollte unter keinen Umständen einen langweiligen Beruf, sondern einen, in dem man viel unterwegs ist, viel mit Menschen zu tun hat. Ich habe schon früh gedacht: Die Polizei, die könnte was sein. Und das habe ich auch nie bereut. Ich weiß gar nicht, was ich gemacht hätte, wenn ich nicht angekommen wäre.

Und was hat Sie bewogen, sich für Wittlich zu bewerben?
Caroline Schug: Dafür konnte man sich nicht bewerben. Ich wurde gefragt und habe zugesagt.

Was sind denn die Besonderheiten dieses Dienstbezirks in der Region - außer dass es mit Ihnen hier nun die erste PI-Leiterin in der Region Trier gibt -, speziell auch im Bezug auf die Stadt Wittlich?
Caroline Schug: Eine Besonderheit ist sicher die Justizvollzugsanstalt. Man hat hier immer wieder Einsätze, die damit zusammenhängen können. Vor zweieinhalb Jahren habe ich deshalb zum Beispiel eine Geiselnahmeübung mitkonzipiert. Momentan ist sicher das Oktoberfest über vier Wochen etwas Besonderes. Dass da an einem Abend bis zu 4500 Gäste im Zelt feiern, finde ich beeindruckend. Jetzt am Wochenende werde ich da auch einmal Dienst machen. Ansonsten gibt es hier bei der Polizei ja kurze Wege. Die Kripo ist nebenan im Haus, die Bereitschaftspolizei gibt es auch. Ansonsten kann ich dazu noch nicht viel sagen, nur so viel, dass über die Hälfte der Straftaten unserer Statistik auf das Stadtgebiet entfallen.

Apropos kurze Wege: Haben Sie schon alle Mitarbeiter kennengelernt?
Caroline Schug: Das ist ein bisschen schwierig bei fast 60, auch wegen des Schichtdienstes. Ich bemühe mich, mit jedem zu sprechen. Ansonsten begegnet man sich hier ja oft, schüttelt sich die Hand. Schon mein erster Tag war gut. Alle sind nett und hilfsbereit.

Und welche Schwerpunkte werden Sie hier setzen?
Caroline Schug: Ach, fragen Sie das doch besser noch einmal in ein paar Monaten.
Okay, dann eine andere Standard-Frage: Was halten Sie denn vom Fernseh-Tatort?
Caroline Schug: Der hat mit der Realität wenig bis gar nichts zu tun. Die Schutzpolizei muss da zum Beispiel immer nur irgendjemand festnehmen und abtransportieren. Aber die Tatorte aus Münster schaue ich sehr gerne, die sind lustig.

Was ist mit Eifelkrimis?
Caroline Schug:
Ich kenne zwei von Berndorf, die habe ich als Hörbuch für meine Autofahrten.

Und wie gefällt Ihnen die Eifel selbst?
Caroline Schug: Sehr schön! Besonders die Maare, und dass es so viel Wald gibt wie in meiner Heimat. In Wittlich selbst hat sich ja in den vergangenen zwei Jahren sehr viel getan mit der Schlossgalerie zum Beispiel, auch die Fußgängerzone gefällt mir.

Warum ziehen Sie dann nicht hierher?
Caroline Schug: Meine Familie, meine Freunde sind alle im Westerwald.

Was würden die denn über Sie sagen, wenn man nach einer typischen Eigenschaft fragen würde?
Caroline Schug: Vielleicht, dass ich jemand bin, der nicht aufgibt. Jedenfalls ist mein Leitspruch für mein Hobby, das Laufen: durchhalten, nicht Letzter werden - und nicht vor laufenden Kameras zusammenbrechen …

Nun dann frage ich noch, wie damals auch Herrn Licht: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was wären die?
Caroline Schug: Mehr Zeit für die Familie, der Sprit sollte ein bisschen günstiger werden und ich würde wünschen, dass die großen Einsparmaßnahmen, über die gesprochen wird, die Polizei nicht so hart treffen.Caroline Schug ist 35 Jahre, verheiratet und im Westerwald geboren, wo sie auch heute lebt. Eine Zweitwohnung hat sie bei Manderscheid. 1995 begann sie nach dem Abitur ihre Laufbahn bei der Polizei in Wittlich, wechselte ein Jahr später für die Ausbildung zum gehobenen Dienst zum Fachhochschulstudium an die Landespolizeischule am Hahn mit Abschluss Diplom-Verwaltungswirt/Polizeikommissar. Anschließend war sie unter anderem bei der Bereitschaftspolizei und im Wechselschichtdienst in Mainz, bei der Polizeiinspektion Westerburg und auch bei der Kripo Wittlich. 2009 folgte ein Masterstudiengang auf dem Hahn und in Münster, den die Polizeirätin im September abschloss. Caroline Schug zählt zu ihren Hobbys ihren Hund, einen schwarzen Labrador, und das Laufen. Unter anderem war sie im vergangenen Jahr beim Berlin-Marathon dabei. sos