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Eine neue Kläranlage für zwei Gemeinden

Eine neue Kläranlage für zwei Gemeinden

Die neue Gruppenkläranlage Longkamp-Kommen ist nun auch offiziell in Betrieb. Die effizientere Abwasserreinigung haben sich die Verbandsgemeindewerke zweieinhalb Millionen Euro kosten lassen.

Longkamp/Kommen. Auf den ersten Blick ist der von Grund auf neu gebauten Gruppenkläranlage Longkamp-Kommen nicht anzusehen, wie viel Geld in ihr steckt. Die Investitionssumme von 2,47 Millionen Euro ist daher beim Ortstermin mit Mitgliedern des Werkausschusses der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues immer wieder Thema. Mit Blick auf die effizientere Abwasserklärung dürfte dieser Betrag jedoch gut investiert sein in die Anlage, die nun am bisherigen Longkamper Standort die Abwässer beider Orte aufnimmt.

Die bisherige Longkamper Kläranlagen aus den 1960er Jahren war den Anforderungen längst nicht gerecht worden. Sie habe nicht mehr die "klärtechnischen Voraussetzungen erfüllt", hat Verbandsgemeinde-Beigeordneter Leo Wächter bei der formellen Einweihung der Anlage die 2007 gefallene Investitionsentscheidung begründet. Am meisten gekostet hat der 1,5 Millionen teure Bau der eigentlichen Kläranlage samt Betriebsgebäude. Der Anschluss der Gemeinde Kommen schlägt mit weiteren 480 000 Euro zu Buche und die Regenwasserbehandlung für Longkamp mit 490 000 Euro.

Bei der Finanzierung dieses dicken Brockens stehen die Werke allerdings nicht alleine. Denn bei einem Eigenanteil der Abwasserwerke von 615 000 Euro und 191 000 Euro aus den von den Bürgern zu zahlenden laufenden Abwassergebühren müssen immerhin 1 664 000 über Kredite finanziert werden. Die Unterstützung des Landes in Form von zinslosen Darlehen ist daher mehr als willkommen. Denn so müssen die Werke über einen Zeitraum von 33 Jahren lediglich die Tilgung zahlen - die Zinsen übernimmt das Land.

Angelaufen ist die Anlage bereits im November. Doch inzwischen ist nun auch der Anschluss der Gemeinde Kommen erfolgt. Ingenieur Hartmut Garth vom mit der Bauleitung beauftragten Bernkastel-Kueser Büro Spoo und Partner macht auf den entscheidenden Vorteil der neuen Anlage aufmerksam. So hätten früher die Nährstoffe Stickstoff und Phosphat überhaupt nicht abgebaut werden können und Kohlenstoffverbindungen nur zu 35 Prozent.

Das jetzige "Belebtschlammverfahren" ermögliche hingegen "einen weitgehenden Abbau" von Stoffen. So würden Kohlenstoffverbindungen zu 95 bis 98 Prozent entfernt, Stickstoff und Phosphorverbindungen zu 70 bis 75 Prozent: "Damit ist ein effizienter Wirkungsgrad des Abwasserreinigungsprozesses gewährleistet."