Eine neue "Sonnenlay" strahlt über Mülheim

Eine neue "Sonnenlay" strahlt über Mülheim

MÜLHEIM. In einem proppevollen Festzelt hat Mülheims neue Sonnenlay Sarah I. – Angehörige einer an Hoheiten reichen Familie – im Beisein der eigens angereisten Bodenweinprinzessin die Regentschaft übernommen.

Über dem Himmel von Mülheim hat eine neue Sonnenlay ihren Platz eingenommen. Sarah I. wacht nun als Weinkönigin über die Gemeinde. Völlig ungewohnt ist der jüngsten Tochter von Ortsbürgermeister Horst Faust diese Welt aber nicht. Hat sie doch als eine von drei Weinprinzessinnen ihrer verabschiedeten Vorgängerin Andrea I. bereits Einblick in die mit diesem Amt verbundenen Aufgaben erhalten. Abgesehen davon ist ihr dieses Amt ohnehin in die Wiege gelegt. Mutter Sieglinde war 1968 in Veldenz zur Weinkönigin gekrönt worden. Und auch Sarahs ältere Schwester Mirja trug von 1992 bis 1994 die Krone der Mülheimer Sonnenlay. Sarahs Antrittsrede nach ihrer Krönung durch Gebietsweinkönigin Anne Mertes gilt jedoch nicht der Familientradition, sondern dem Weinbau. "In jedem Glas Wein steckt der Charakter und die Philosophie des Winzers", beweist sie sich als würdige Sonnenlay. Dennoch ist der Riesenandrang zur Krönung nicht allein ihr zu danken. Die gut 400 Gäste hat erst einmal die Grafschafter Weinprobe gelockt, die das Festzelt von Jahr zu Jahr mehr an die Kapazitätsgrenzen bringt. Den Burgenern Günter und Herta Norwig sowie deren Freunden Karl-Heinz und Gabriele Vach aus Neumünster ist das fast schon des Guten zu viel. Die Kommentare, mit denen Dirk Richter die Weinprobe begleite, seien ja sehr gut, lobt Norwig. Aber die Unruhe im Zelt stört ihn doch sehr: "Es wird zu viel dazwischen gesprochen." Dabei kann selbst das proppevolle Haus nicht verhindern, dass auch dieses Zeltfest mehr und mehr um seine Existenz kämpft. Laut Günter Fehres, der die Krönung moderiert, machen vor allem die an die Gema zu zahlenden Gebühren den Veranstaltern das Leben schwer. "Wir sind stolz darauf, dass wir immer noch diese Zeltatmosphäre schaffen können", versichert der zweite Beigeordnete. Doch auch Mülheim liefen die Kosten für dieses Fest davon, appelliert er an die Politiker, auf deren Hilfe er hofft. Beim "Mülheimer Weinsommer", vom 25. bis 28. August am Haus der Gemeinde werde jedenfalls ohne Zelt gefeiert. Ein besonderer Gast dieses Abends nimmt jedoch gerade die Zeltatmosphäre mit nach Hause. "Ich habe noch nie so viele Prinzessinnen und Weinköniginnen auf der Bühne gesehen", gesteht Bodenseeweinprinzessin Carolin Weiß ein. Am Bodensee sei sie die einzige Repräsentantin ihrer Zunft, und es gebe auch keine Königin. Am meisten freut sie an diesem Abend jedoch, dass die Krönung ihrer langjährigen Freundin Sarah ausgerechnet in die Zeit ihrer einjährigen Regentschaft als Bodenseeweinprinzessin fällt. Kennen gelernt haben sich die beiden Hoheiten durch Sarahs Eltern, die im Haus von Carolins Eltern seit zehn Jahren ihren Urlaub verbringen.