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Eine Option: Krankenhaus Zell soll verkauft werden

Insolvenz : Eine Option: Krankenhaus Zell soll verkauft werden

Die Mitarbeiter des Klinikums Mittelmosel müssen mit Kündungen rechnen. Die Entscheidung über die Zukunft des Träger fällt erst Ende März.

Der für die Neuausrichtung der insolventen Katharina-Kasper-ViaSalus GmbH verantwortliche Geschäftsführer Dr. Reinhard Wichels hat dem vorläufigen Gläubigerausschuss Optionen für ein Zukunftskonzept des Unternehmens vorgestellt. Demnach haben sich die Ausschuss-Mitglieder und der Träger dafür entschieden, die Krankenhäuser entweder zu veräußern oder einen starken konfessionellen Partner für die ViaSalus zu gewinnen. Eine Sanierung aus eigener Kraft solle nicht mehr verfolgt werden. Zu ViaSalsus gehört auch das Krankenhaus Zell mit 320 Mitarbeitern.

Laut Wichels stehen zwei Modelle zur Diskussion: Das eine sei, Unternehmensanteile zu veräußern. Das würde nur den sanierungsträchtigen Teil, also die Krankenhäuser betreffen, entweder alle Krankenhäuser oder einen Teil. ViaSalus bleibe auf jeden Fall ein Pflegeheimbetreiber, denn es sei weder ein Verkauf der gesamten Gruppe noch der Pflegeheime an sich geplant. Die Mitarbeiter in den Heimen würden auf jeden Fall weiter bei ViaSalus beschäftigt sein. ViaSalus betreibt in Zell neben dem Krankenhaus auch das Seniorenheim Mittelmosel. Bei der zweiten Variante sucht sich, so Wichels, das Unternehmen „einen starken konfessionellen Partner“. Dann würde die ViaSalus GmbH in jetziger Form bestehen bleiben. Idealerweise gehe es um einen „strategischen Partner aus dem konfessionellen Bereich, der wisse, wie man Krankenhäuser führt, und der ähnliche Werte und Interessen verfolge“.

Bei der Verkaufsvariante kommen laut Wichels aber auch „Krankenhausstrategen“ in Betracht. Das könnten beispielsweise private Klinikbetreiber sein. Konfessionelle Träger hätten aber einen Startvorteil, weil auch die Altersversorgung für ihre Mitarbeiter einheitlich geregelt sei.

Laut Wichels stößt ViaSalus auf großes Interesse. Es gebe 35 Interessenten, von denen bislang knapp 30 eine Vertraulichkeitserklärung unterschrieben hätten. Ein Drittel davon seien konfessionelle Krankenhausträger. Unter den Interessenten sind nach Informationen der Rhein-Zeitung auch private Träger und Finanzinvestoren.

Klar ist bereits, dass die Sanierung den 2300 Klinikmitarbeitern einiges abverlangen wird: Wichels: „Wir müssen mit Personalabbau rechnen. Daran werden wir nicht vorbeikommen.“ Wie viele Mitarbeiter entlassen werden, entscheide sich aber erst im März. Der Gläubigerausschuss habe aber betont, dass es nur einen sozialverträglichen Personalabbau geben dürfe. Es werde also Abfindungen und eine Transfergesellschaft geben. Der Gläubigerausschuss habe dafür gesorgt, dass dafür ausreichend Geld zur Verfügung stehe.

Wichels betont: „Wir sind überzeugt, dass die Krankenhäuser und die Pflegeheime der ViaSalus GmbH zukunftsfähig sind.“ Dabei sei es enorm wichtig, „dass wir die begonnene Neuausrichtung der Standorte und der beiden Unternehmensteile weiter fortführen“. Bekanntlich soll in Zell mithilfe des Landes ein regionales Gesundheitszentrum entstehen.

(sim/ck)