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Eine Regatta vor traumhafter Kulisse

Eine Regatta vor traumhafter Kulisse

230 Boote, 1100 Ruderer, 150 Helfer der Ausrichtervereine Zeltinger Rudergesellschaft und Bernkasteler Ruderverein, die Regatta "Um den grünen Moselpokal" ist die größte Sportveranstaltung in Bernkastel-Kues. Mit dem Ablauf der 65. Auflage zeigten sich die Organisatoren zufrieden.

Bernkastel-Kues. Es sind lange Tage bei der Ruderregatta "Um den grünen Moselpokal". Als es dämmert, steht Thomas Ruf vom Bernkasteler Ruderverein (BRV) am Freitagabend immer noch an der Einfahrt zum Mosel-Parkplatz in Kues. Vom großen Zelt einige Meter moselabwärts wehen die Geräusche der Betriebsfeier einer großen Kellerei herüber. Nicht einmal zwölf Stunden später werden dort die ersten Ruderer frühstücken.
Physiotherapie, Kaffee, Kuchen, später die Siegerehrung und die Regattaparty: All das wäre in diesem Rahmen kaum möglich, könnte man das Zelt nicht vielseitig nutzen, sagt Ruf. Es sei ein Teil des Mehrwerts, den es bei keiner anderen Regatta gebe und der von den Teilnehmern immer wieder gelobt würde.
"Das müsste der sein, der sich angekündigt hat", sagt Ruf zu seinen Mitarbeitern, als ein Gespann mit großem Bootsanhänger auf den Parkplatz einbiegt. Der Anhänger mit niederländischen Kennzeichen bekommt noch einen Stellplatz zugewiesen. Dann ist Feierabend.Der eigentliche Regattatag beginnt in der Morgendämmerung. "Früher sind wir manchmal schon vor sieben Uhr in Zeltingen losgefahren", erinnert sich Hans-Walter Beucher. "Diesmal ist das Wetter aber gut. Vor allem kein Nebel." Deshalb beginnen der 75-Jährige und sein Enkel Jonas mit weiteren Helfern erst um 7.30 Uhr mit dem Verlegen der Bojen, die zwischen Bernkastel-Kues und Graach die linke Hälfte der Mosel als Regattastrecke kennzeichnen. "Es hat keinen Unfall mit Material- oder gar Personenschaden gegeben. Das zeigt auch, dass die Zeltinger gute Arbeit geleistet haben", erklärt Thomas Ruf später.
Die insgesamt vier Kilometer lange Strecke fordert die Ruderer nicht nur konditionell. Die schmale Durchfahrt unter der Bernkastel-Kueser Brücke, die Kurve durch die Moselschleife und die Wende sind schwer zu steuern. "Normalerweise fahren Ruderer ja nur geradeaus", erklärt Marlene Schömann-Finck von der Zeltinger Rudergesellschaft, die zusammen mit Ruf Regattaleiterin ist. In Bernkastel-Kues starten die Boote nicht gemeinsam, sondern im Abstand von ein oder zwei Minuten. Maßgebend für die Platzierung ist die gefahrene Zeit.
Warum die mehr als 1000 Ruderer aus ganz Deutschland, den Niederlanden und Belgien, kommen, ist klar: "Es ist traumhaft schön hier. Ein tolles Ambiente: Rudern und nachher Wein trinken", sagt Pia Königstein vom Limburger CfW. "Frau und Kinder, alle kommen mit", erzählt Markus Eckel. Die Regatta sei keine reine Sportveranstaltung. Die mehr als 30 Ruderer aus Limburg übernachten allerdings nicht. "Dafür ist die Anfahrt zu kurz", sagt Königstein. Die Ruderer, die bleiben, tragen dazu bei, dass das letzte Septemberwochenende auch für die Gastronomie und Hotellerie von herausragender Bedeutung ist. Die Rennen am Samstag gehen über den ganzen Tag. Bei traumhaftem Wetter verfolgen viele Zuschauer den Wettkampf.
Aber Sonntagmorgen stehen noch einige Bootsanhänger am Kueser Moselufer. Die nutzen das Wochenende, um das Ruderrevier Mosel zu erkunden, weiß Ruf. Der aktive Rudersport muss bei Organisatoren noch warten. Nach einer kurzen Nacht heißt es erst einmal abbauen.