"Eine Riesensauerei"
Ärger mit altem Kies: Bei Hetzerath lagern auf einem Grundstück etliche Mengen an Erdaushub - illegal, sagt die Kreisverwaltung. Streit gibt's auch um ein benachbartes Grundstück. Dessen Untergrund ist belastet. Hetzeraths Bürgermeister wirft einem Kiesunternehmen vor, dafür verantwortlich zu sein.
Hetzerath. Grün beherrscht die Umgebung von Hetzerath. Allerdings nicht am Ortsausgang der kleinen Gemeinde an der L 47 Richtung Föhren. Ein Kiesabbau-Unternehmer hat hier auf seinem Privatgelände sowie einem benachbarten Grundstück etliche Mengen an Erde aufgehäuft - für Otmar Mischo, Ortsbürgermeister von Hetzerath, ein Dorn im Auge: Die Firma habe das Gelände nach einem Kiesabbau offenbar nicht wieder hergerrichtet. Trotz Interventionen von Behörden und Zusagen des Unternehmers habe sich daran seit Jahren nichts geändert. Auch die Verbandsgemeinde ist verstimmt. "Für uns ist dieser Fall seit Jahren ein Ärgernis", sagt Anton Hauprich, Bauamtsleiter der VG Wittlich-Land. Nicht genug damit: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) wollte im Zuge des L 141-Ausbaus auf dem benachbarten Privatgrundstück ein Rückhaltebecken für Regenwasser bauen - hat aber vom Kauf der Parzelle nach Probebohrungen wieder Abstand genommen. "Der Untergrund ist belastet, wir müssten die Erde zunächst entsorgen", sagt Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Chef der LBM in Trier.Hässlich, aber nicht bedrohlich
Schuld daran soll - glaubt man Mischo - der gleiche Kiesunternehmer sein. Das Gelände hatten die Parzellenbesitzer nach Aussage des Ortsvorstehers einstmals an den Betrieb zur Kiesausbeute verpachtet, die Grube soll aber mit dem nun monierten Material zugeschüttet worden sein - zum Nachteil der Besitzer, die nun mit der Altlast konfrontiert sind. Kein Einzelfall, folgt man Mischos Ausführungen: Eine weitere Grube soll durch eine andere Firma mit asbesthaltigem Material wieder aufgefüllt worden sein. "Solche Unternehmen brauchen wir nicht", empört sich der Ortsbürgermeister und spricht von einer "Riesensauerei". Das kritisierte Unternehmen "verspricht alles, tut aber nichts". VG-Vertreter Hauprich relativiert indes die Kritik: "Andere Firmen beuten ordnungsemäß aus."Zumindest der Streit um die Erdaufhäufungen ist für die Kreisverwaltung nichts Neues: Das Problem sei einige Jahre alt, bestätigt Kreissprecher Alfons Kuhnen. Der betreffende Unternehmer habe auf seinem Grundstück früher Kies ausgebeutet, die dadurch entstandene Grube sei aber längst wieder zugeschüttet worden. "Rekultiviert", sagt Kuhnen. Darüber sei auch Mischo in Kenntnis gesetzt worden. Das Problem seien die deponierten Erdmassen - ihre Lagerung ist illegal. Kuhnen spricht von einem "baurechtswidrigen Vorgehen". Ab einer bestimmten Größenordnung seien Ablagerungen von Bodenmassen baugenehmigungspflichtig - dieses Größenlimit ist offenbar im Hetzerather Fall überschritten. Kuhnen: "Zudem gibt es für das, was dort liegt, keine Genehmigung" - nach Aussage von Hauprich vor allem Bauschutt. Ein Blick vor Ort zeigt auf: In der aufgehäuften Erde liegen anscheinend Reste von Plastikrohren, Backsteinen und Holzbrettern. Im Hintergrund sind zwei längliche Tanks zu erkennen. Die Kreisverwaltung habe zwar keine Anhaltspunkte dafür, dass in den Bodenmassen gefährliche Stoffe lagern, sagt Kuhnen. Doch bereits im Jahr 2003 hat der Kreis dem Unternehmer aufgetragen, das Gelände zu räumen. Dem sei die Firma jedoch trotz Bußgeldern bis heute nicht nachgekommen.