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Eine rundum ausgewogene Angelegenheit

Eine rundum ausgewogene Angelegenheit

Tonnenschwere gusseiserne Gewichte gehören zu ihrem Geschäft: In Traben-Trarbach ist die Firma Wipa Eichsysteme Gmbh & Co. KG ansässig. Das Unternehmen hat neun Mitarbeiter und verfügt über acht Eich-Fahrzeuge.

Das Traben-Trarbacher Wipa-Team mit Jochen Pautz, Herbert Pautz und Sekretärin Karla Mies. TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz

Traben-Trarbach. (GKB) Im Dezember 1980 gründete Klaus Wiese mit seinem Schwager Herbert Pautz die Wipa Eichgerätschaft GmbH. "Eich-Fahrzeuge waren damals sehr knapp", erinnert sich Pautz, der das Geschäft heute mit seinem Sohn Jochen (44) betreibt. "Er ist der Chef, ich verwalte die Finanzen", sagt der 71-Jährige lachend und erzählt, wie früher mit 500 Kilogramm schweren Rollgewichten gearbeitet wurde. "Zwei Tage hat es gedauert, bis alles geeicht war, und abends hatte man ein krummes Kreuz".

"Jeder, der eine Waage betreibt und darüber seine Geschäfte abwickelt, muss diese alle drei Jahre eichen lassen", erläutert Jochen Pautz. Das kann der Landwirt sein, ein Kraftwerk, ein Steinbruch-Unternehmen oder die chemische Industrie, die zu den Großkunden der Firma WIPA gehört. Sie verfügt über 220 Ein-Tonnen-Blockgewichte, deren Form Herbert Pautz selbst entworfen hat. "Sie sind stapelbar und mit einem Gabelstapler einfach zu bewegen".

Körperliche Schwerstarbeit wie einst gibt es heute also nicht mehr. Die acht Eich-Fahrzeuge sind in ganz Deutschland unterwegs und fahren von einem Einsatzort zum nächsten. "Die Gewerbesteuer zahlen wir aber in Traben-Trarbach", merkt Pautz senior schmunzelnd an und ergänzt erfreut: "Von der Wirtschaftskrise haben wir bislang noch nichts gespürt". Das Traben-Trarbacher Unternehmen ist heute einer der größten Anbieter bei der Gestellung von Eichsystemen für Großwaagen in Deutschland. Ihre Gewichte landen jedoch nicht nur auf Waagen, sondern auch am Haken. "Seit 1996 gehört die Prüflastgestellung bis 200 Tonnen von Krananlagen aller Art zu unserem Geschäftsfeld", sagt Jochen Pautz und erläutert, dass die Krane aus Sicherheitsgründen vor ihrer ersten Inbetriebnahme auf eine Überlast von 25 Prozent geprüft werden müssen. Der Kunde kann sich bei der Firma in Sicherheit wiegen, denn auch hier wird akribisch geprüft. Jedes Jahr werden die Gewichte vom Eichamt geeicht, und dieses wiederum ist der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig als oberster Bundesbehörde unterstellt - eine rundum ausgewogene Angelegenheit.