Eine Sau mit Menschenverstand

Die Musikvereinigung Heinzerath-Merscheid konnte im Jahre 2000 auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Ver einigung ging im Jahr 1963 aus dem Zusammenschluss des ehemaligen Musikvereins "Harmonie" Merscheid und dem Musikverein Heinzerath-Elzerath hervor.

Merscheid. (HB) Der Zweite Weltkrieg war für den Fortbestand der Merscheider Musikkapelle eine schwere Zeit, da die angeordnete "Gleichschaltung" durch das NS-Regimes nicht befolgt wurde und dadurch das Vereinsleben völlig zum Erliegen kam.Doch aus dem Krieg heimgekehrte Musiker haben bereits 1946 unter der Leitung von Dirigent Ewald Rummel die Blaskapelle wiederbelebt. Auftritte in jener Zeit waren an Fastnacht, Weißen Sonntag, Fronleichnam, an der Kirmes und am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem sogenannten "Steffesdaach".Am Fronleichnamsfest 1950, in der Zeit von Pfarrer Schon, der als ehemaliger Militärmusiker ein großer Gönner des Musikvereins war, ereignete sich eine amüsante Geschichte. Die Prozession und die Musiker standen vor der Kirche zum Weggang bereit, aber es fehlte immer noch "Leim's Juppi" mit dem großen Bass. Als man ihn schnell holen wollte, saß er mit festlicher Montur in seinem Schweinestall, denn seine Sau "Frieda" machte Anstalten zum Ferkeln. Man redete mit allen Künsten auf ihn und seine Sau ein, mit dem Ferkeln bis nach der Prozession zu warten. "Juppi" ließ sich überzeugen, holte schnell seinen Bass und eilte mit zu den wartenden Musikern. Nach der Prozession warf die Sau 15 gesunde Ferkel

Alles ging gut, die Sau hatte Menschenverstand, denn sie wartete bis nach der Prozession und warf 15 gesunde Ferkel.Unsere heutige Dorfgeschichte ist ein Auszug aus der von Hermann Bohn verfassten Chronik zum 100-jährigen Be stehen der Musikvereinigung Heinzerath-Merscheid im Jahre 2000.