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Eine Saunalandschaft für Wittlich

Eine Saunalandschaft für Wittlich

Schwimmen, schwitzen, schlemmen? So könnte es kommen, sollte der Stadtrat am Donnerstag dem empfohlenen Grundsatzbeschluss in Sachen Vitelliusbad folgen. Demnach wird nicht nur ein kombiniertes Hallen- und Freibad angestrebt, sondern auch Sauna und Gastronomie.

Es war einmal, es war einmal ganz modern, das Wittlicher Hallenbad… Doch das ist mehr als 40 Jahre her, denn die hat die städtische Freizeiteinrichtung bereits auf dem Buckel. Und damals, damals hatte sie einiges zu bieten. Etwa eine Sauna. Die ist längst geschlossen. Und es gab auch Gastronomie: Durch eine Glasscheibe vom Hallenbad getrennt, konnte man angezogen im Trockenen sitzen und die Schwimmer beobachten.

Auch das ist nicht mehr so: Alles ist veraltet, hat sich damals nicht mehr gerechnet. Überhaupt: Das Hallenbad ist marode, frisst Energie und wird wohl abgerissen (der TV berichtete mehrfach).
Nur was kommt danach? Auf jeden Fall eine Investition, die zig Millionen Euro kosten wird, als blanke Zahl - noch ohne eine Kostenschätzung - stehen derzeit 15 Millionen Euro im Raum. Klar ist, es geht um eine Summe, die die Stadt allein nicht aufbringen kann. Für einen Hallenbadersatz ist sie auf Zuschüsse angewiesen, deshalb wurde bereits mit dem Land gesprochen.

Fest steht: So viel Platz zum Schwimmen wie jetzt wird es in Zukunft nicht mehr geben: Die Reduzierung der Wasserflächen ist ein Ziel plus eine energetische Sanierung, damit die Betriebskosten sinken und damit auch das jährliche Defizit des Vitelliusbades, das aktuell auf rund 750?000 Euro geschätzt wird.
Jetzt soll der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag nicht nur diese beiden Punkte nebst einer "ganzjährigen parallelen Nutzung beider Bereiche" grundsätzlich beschließen sondern auch, so steht es im Beschlussvorschlag: "Ferner soll im Konzept eine attraktive Saunalandschaft und eine von allen Bereichen zugängige Gastronomie geprüft und möglichst integriert werden."
Das sei Ergebnis mehrerer Schwimmbadbesichtigungen. Zwar seien die besuchten Bäder, ob in Speyer, Mayen oder Konz, nicht direkt vergleichbar, alle jedoch hätten keine "Trennung zwischen einem Winter- und Sommerbetrieb beziehungsweise Hallen- und Freibadbetrieb" - so wie jetzt in Wittlich - und deshalb mehr Besucher.
Und weiter ist zu lesen: "Unabhängig voneinander haben alle Badebetreiber die Wichtigkeit einer attraktiven und innovativen Saunalandschaft und gut geführten Gastronomie hervorgehoben. Ausschließlich eine attraktive Saunalandschaft kann nach Mitteilung der Badbetreiber schwarze Zahlen schreiben und im besten Fall das Schwimmbaddefizit aufbessern".

Dieser Erkenntnis anderer wollen auch die Verantwortlichen in der Wittlicher Stadtverwaltung und die Mitglieder im Sozial-, Bau- und Verkehrsausschuss folgen. Deshalb soll der Stadtrat nun beschließen, dass diese Zusatzfunktionen grundsätzlich anzustreben sind.
Wer sich für Details interessiert: Ein Fachvortrag für den öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am Donnerstag, 23. Juni, ab 18 Uhr in der ehemaligen Synagoge wird angekündigt.