Eine Stadt mit vielen Schildern

Mit vielen Schildern auf öffentlichem Verkehrsraum wird in Bernkastel-Kues für Lokale und Geschäfte geworben. Die Verwaltung wird prüfen, wie viele unrechtmäßig aufgestellt wurden.

Bernkastel-Kues. Während der Saison weisen in Bernkastel-Kues viele Schilder auf Lokale und Geschäfte hin. Das Problem dabei: Viele stehen auf öffentlichem Gelände, und es liegt keine Genehmigung für ihre Platzierung vor. Bernd Gelz, Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion und selbst Lokal-Inhaber, schätzt die Zahl auf 100.Auch auf sein Lokal in der Karlstraße weist ein Schild hin. Sein Stadtratskollege Lothar Marmann von der Unabhängigen Bürgerunion hat mehrfach im Bauausschuss Anfragen zu diesem Schild gestellt.Bernd Gelz hat darauf mit einem Schreiben an Stadtbürgermeister Wolfgang Port reagiert. Neben seinem Schild stünden in der Karlstraße mindestens drei andere Werbeschilder auf städtischer Fläche, heißt es darin. Dies kritisiere Marmann aber nicht. Es handele sich also entweder um einen privaten Angriff oder um eine private Handlung im Namen anderer. Gelz: "Wir werden unser Schild entfernen, wenn alle anderen Schilder auch entfernt werden." Das Schild sei erst aufgestellt worden, "als wir feststellten, dass die ganze Stadt voller illegaler Schilder steht". "Ich lasse mir nicht den Mund verbieten"

Es könne aber nicht angehen, dass man sich einen Verursacher rauspicke. Zu lösen sei das Problem nur durch eine Maßnahme, "die alle Verstöße gegen die Werbesatzung und gegen die Sondernutzungssatzung ahndet". Es handele sich nicht um einen privaten Angriff, sagte Lothar Marmann in der Sitzung des Stadtrats. Er sei von Bürgern darauf angesprochen worden. "Das Schild ist recht groß und behindert Nachbarn", sagte er. Er habe diese Anfrage mehrfach gestellt und wiederhole sie. Lothar Marmann: "Ich lasse mir nicht den Mund verbieten." Die Auslassungen von Bernd Gelz seien eine "maßlose Frechheit", sagte Ernst Schreiner (CDU). Gelz müsse sich fragen lassen, ob er noch objektiv sei."Wir müssen die ganze Stadt betrachten"

Doch wie geht es nun weiter? Nach Auskunft von Heiner Nilles, Büroleiter der Verbandsgemeinde-Verwaltung Bernkastel-Kues, wird die Stadt nach Beginn der Saison nach Werbeschildern durchforstet. Wo Missstände festgestellt werden, ergehe die Aufforderung, die Schilder zu entfernen. Danach könne dann gegebenenfalls ein Antrag gestellt werden, ein Schild, das der Gestaltungssatzung entspreche, aufzustellen. Darüber müsse dann entschieden werden. "Wir müssen die ganze Stadt betrachten", gibt Nilles die Richtung vor.