1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Eine süße Belohnung zum Abschluss

Eine süße Belohnung zum Abschluss

Unter dem Motto "Mit Spürsinn, Stift und Zeichenblatt erkunden wir die Doppelstadt" stand die erste Stadtführung für Kinder. Rolf Zang, der sonst Erwachsene durch Traben-Trarbach führt, hatte die Idee, und 90 Minuten lang konnte er die jungen Teilnehmer in seinen Bann ziehen.

Traben-Trarbach. Traben-Trarbacher und Urlauberkinder hatten sich am Alten Bahnhof eingefunden, wo sie Buntstifte und einen Stadtplan erhielten. Auf dessen Rückseite galt es, 16 Sehenswürdigkeiten einzutragen und dadurch den Lösungsspruch herauszufinden.

Das muntere Dutzend, dem sich drei Erwachsene angeschlossen hatten, verfolgte die Ausführungen Zangs aufmerksam. "Er kann das hervorragend", lobte im Vorbeigehen ein Passant den pensionierten Pädagogen, von dem die Kinder erfuhren, dass Traben-Trarbach die erste Stadt in Deutschland war, die eine komplette elektrische Straßenbeleuchtung besaß. Schon um 1040 gab es in Traben eine kleine Kapelle an der Stelle der heutigen Peterskirche, die 430 Jahre später vergrößert wurde. Auch der Turm wuchs in die Höhe, und Zang zeigte die Metallhaken, die den alten mit dem neuen Turmteil verbinden, und die Sonnenuhr am Gotteshaus, die eine der ältesten im Moseltal ist.

Die Kinder bestaunten den alten Maulbeerbaum und das kleine Fachwerkhaus gegenüber, das zu den wenigen Gebäuden gehört, die die Feuersbrunst von 1857 "überlebt" haben. Vorbei an der Alten Ratsschänke führte der Weg über den Marktplatz zum Aacher Hof und zu den Hochwassermarken am Hotel "Bellevue".

An allen Standorten wusste Zang die Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren verständlich zu informieren. Am Spies-Brunnen durfte eine Anekdote über den Museumsgründer nicht fehlen, und richtig viel zu entdecken gab es am Loretta-Haus.

Am Brückenkopf, wo heute Eis verkauft wird, musste vor über 100 Jahren noch Zoll entrichtet werden. Unermüdlich verfolgten die kleinen Stadtrundgänger die Vorträge, und besonders interessant waren die Fotografien aus alter Zeit, die Rolf Zang ihnen zeigte. Fasziniert schauten sie sich im "Kittche" die noch erhaltene Gefängniszelle an, und am Alten Stadtturm endete der 90-minütige Rundgang, den die muntere Schar diszipliniert verfolgt hat.

Der zehnjährige Paul Marienfeld aus Traben-Trarbach freute sich, dass er als erster den Lösungsspruch herausgefunden hatte, und für alle Teilnehmer gab es eine süße Belohnung. Rolf Zang plant, künftig einmal im Monat eine solche Führung für Kinder anzubieten. Das dürfte nicht nur für die kleinen Traben-Trarbacher, sondern auch für die Kinder der Urlauber reizvoll sein.