Eine Verbandsgemeinde ohne Windkraft

Eine Verbandsgemeinde ohne Windkraft

Mir Windkraft wird in absehbarer Zeit in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach wohl kein Geld zu verdienen sein. Die Enttäuschung darüber hält sich aber in Grenzen. Der Schutz der Natur genießt Priorität.

Traben-Trarbach/Lötzbeuren/Enkirch. Wer auch immer hochtrabende Pläne hat in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach mit Windkraft viel Geld zu verdienen: Er wird sie zumindest verschieben müssen. Auf absehbare Zeit werden sich dort keine Windräder drehen. Zu viel spricht dem entgegen. Zum Beispiel die 1979 vom Land erlassene Moseltalschutzverordnung. Sie sagt aus, dass vom Moseltal aus keine Anlagen zu sehen sein dürfen.
Zudem gibt es die Anordnung, dass so genannte historische Kulturlandschaften ebenfalls frei von Windkraftanlagen sein müssen. Auf der Hunsrückseite der VG kommt der Flugplatz Hahn hinzu. Mögliche Standorte liegen zu nah an dem Gelände.
Und der Artenschutz muss auch berücksichtigt werden. Roter Milan, Schwarzstorch und Mopsfledermaus sind Ausschlusskriterien. Zudem ist das Ahringsbachtal bei Enkirch besonders geschützt. "Das sind alles K.O.-Kriterien", sagt Ulrich K. Weisgerber (CDU), Bürgermeister der VG Traben-Trarbach. Teilweise seien die ins Auge gefassten Bereiche rechts der Mosel (Gemarkungen Enkirch, Irmenach und Lötzbeuren) sogar mehrfach betroffen.
Es bestehe natürlich die Chance, mögliche Standorte durch Gutachten zu überprüfen. Das, so der Verwaltungschef, sei aber mit hohen Kosten verbunden. Und der Ausgang sei offen. Es mache aber keinen Sinn in dem Wissen zu planen, dass es keine Chance auf Umsetzung gibt.
Hoffnung auf Fotovoltaik


Für Klaus Reitz (SPD), Ortsbürgermeister von Lötzbeuren, kommt die Entwicklung nicht überraschend. Auch wenn Windkraft möglich wäre, hätte es einen Abwägungsprozess gegeben, sagt er. Darauf hätten sich Verwaltung und Räte 2013 geeinigt. Die VG lebe vom Tourismus. Was zu viele Windräder anrichten, sehe er, wenn er in Richtung Kastellaun fahre. Reitz: "Das ist grausam." In der Gemarkung Lötzbeuren sei aber auch nur von höchstens drei Anlagen die Rede gewesen.
Sein Enkircher Ortsbürgermeister-Kollege Roland Bender (CDU) berichtet von einer zurückhaltenden Diskussion. "Deshalb bin ich auch nicht groß enttäuscht", sagt er. Eines ist ihm aber wichtig. Als Alternative solle im Auge behalten werden, brachliegende Weinberge als Standort für Fotovoltaik-Anlagen zu nutzen. In Enkirch gebe es solche Orte, die von der Mosel nicht einsehbar seien aber günstig zur Sonne liegen. Bisher sei der Bau verboten. Aber das müsse ja nicht ewig so sein.Extra

In der VG Bernkastel-Kues sieht die Situation etwas anders aus als in Traben-Trarbach. Es gibt rechts der Mosel auf der Hunsrückhöhe eine ausgewiesene und zusammenhängende Fläche, auf der Windkraft möglich sein soll. Sie liegt, so Leo Wächter, Beigeordneter der VG, auf den Gemarkungen Piesport, Wintrich, Brauneberg, Veldenz, Monzelfeld und Gornhausen. Ein großer Investor von Windkraft habe bei der Kreisverwaltung einen Antrag für 17 Anlagen gestellt. Sie sollen im Bereich Gornhausen, Veldenz, Monzelfeld stehen. In der VG gibt es einen Solidarpakt. Damit soll sichergestellt werden, dass auch Orte finanziell partizipieren, in denen sich keine Räder drehen. cb