Eine Woche Schonfrist

WITTLICH. Unterstützung für die Dorfer Kinder der Kindertagesstätte Neuerburg kommt von ungeahnter Seite: Die RMV bietet an, die Kinder noch eine Woche weiter zu transportieren, obgleich der Kreis ab Montag nicht länger die Kosten für diesen Service übernimmt.

"Wir können die Eltern doch nicht im Regen stehen lassen", sagt Norbert Gietzen, Niederlassungsleiter bei der RMV und zuständig für die Kreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Daun. Das Verkehrsunternehmen hatte angeboten, die Kinder auf Kosten der Eltern weiter zu befördern, sofern ein öffentliches Gremium als Abrechnungspartner stellvertretend für die Eltern auftritt (der TV berichtete). Nachdem die Kreisverwaltung für die Kinder aus Wittlich-Dorf keinen Beförderungsanspruch mehr sieht, will sie auch nicht länger als Abrechnungspartner der RMV sein. Die Stadt Wittlich wiederum will diese Aufgabe aber als Träger der Einrichtung auch nicht übernehmen, da es der Stadtverwaltung nicht gefällt, wie sich der Kreis aus seiner Verantwortung zurückzieht. Da die Eltern aber rein rechtlich nicht die Möglichkeit haben, selbst als Abrechnungspartner der RMV aufzutreten, hängen sie nun in der Luft. Eigentlich müssten also die Bustüren für die Kinder aus Dorf ab Montag geschlossen bleiben. "Wir haben die Kinder ja auch bisher transportiert und wir sind uns der Problematik für manche Eltern bewusst, da wollten wir sie nicht auflaufen lassen", sagt Gietzen. Er versichert: "Die Dorfer Kinder können noch mindestens eine Woche unkompliziert mitfahren, damit die Eltern Zeit haben, eine zufrieden stellende Lösung zu finden." Weigern sich Kreis und Stadt weiterhin die Busgebühren von 110 Euro pro Jahr von den Eltern einzuziehen und an die RMV zu überweisen, wird den Eltern nichts anderes übrig bleiben, als einen Förderverein zu gründen, der dann Abrechnungspartner sein darf.