Einer, der kräftig mit anpackt

GUTENTHAL. Wenige Monate nach Antritt seines Ehrenamts hat sich bei Lorenz Gemmel, dem neuen Ortsvorsteher von Gutenthal, der Rhythmus von Familie, Beruf, Nebenerwerb, Landwirtschaft und Ehrenamt eingespielt.

Langeweile kommt bei Lorenz Gemmel auch im Urlaub kaum auf. Als Nebenerwerbslandwirt hat Gutenthals neuer Ortsvorsteher in den "arbeitsfreien" Wochen reichlich zu tun. Zum anderen packt er natürlich, wann immer es geht, beim Umbau des künftigen Bürgerhauses mit an. Mit den im Januar begonnenen Arbeiten im ehemaligen Anwesen Schuck geht es gut voran. Inzwischen ist bereits der Estrich drin, so dass demnächst das Verlegen der Fliesen ansteht. Parallel dazu nehmen die Außenanlagen Konturen an. Ein Bautempo, mit dem Gemmel mehr als zufrieden ist. "Es ist super gelaufen", stellt der 37-Jährige fest. Er räumt aber gleichzeitig ein: "Durch den Bau habe ich auch jeden Tag so meien Arbeit."Ein Traktor aus Stroh für den ältesten Sohn

Dennoch überwiegt bei dem aktiven Feuerwehrmann die Freude, dass es mit dem Projekt endlich los gehen konnte, das auch Räume für Wehrleute und Jugendliche vorsieht. Die Weichen für das Bürgerhaus hatte noch Gemmels Vorvorgänger Otmar Gauer gestellt. Im Frühjahr soll es wahrscheinlich schon Grund für die ersten Einzugsfeiern geben. "Die Feuerwehr hat nicht mehr daran geglaubt, dass sie noch was bekommt", gesteht der Ortsvorsteher.Bis das mitten im Ort gelegene neue Bürgerhaus komplett fertig ist, werden aber nach Ansicht von Gemmel sicher noch zwei, drei Jahre ins Land gehen. Daher ist der Gemeinde-Chef froh, dass er das Projekt bei Dieter Kronenberger in professionellen Händen weiß. "Ich hab ja einen guten Bauleiter, der hat das alles bestens in der Hand", würdigt er dessen ehrenamtliche Arbeit. Und an Helfern mangele es auch nicht, lobt Gemmel die engagierte Beteiligung der Bürger. Dadurch bleibt Gemmel selbst mehr Spielraum, Familie, Beruf, Landwirtschaft und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen. Weil er als Metzger früh anfängt, kann er über den größten Teil des Nachmittags frei verfügen: "Da kann man einiges tun." Und die Landwirtschaft könne er sich ja einteilen. Ein weiterer Vorteil ist für ihn, dass er nur jeden zweiten Samstag beruflich gebunden ist. Sobald es die Arbeiten am Hause Schuck erlauben, will er daher sehen, dass es mit der Gestaltung des kleinen Eck-Dorfplatzes an der Kirche voran geht. Vorrangig sei aber das große Projekt. Abgesehen von den wichtigen Bauvorhaben ist dem Ortsvorsteher das Miteinander im Dorf sehr wichtig. "Eine gute Zusammenarbeit für das ganze Dorf" liegt ihm daher ebenso am Herzen wie die Gemeinschaft von Vereinen oder nicht in Vereinen organisierten Bürger. Darüber hinaus will sich der Familienvater für die Jugend und den Erhalt der Grundschule am Ort einsetzen. Unabhängig von der Sorge um das Wohl der Gemeinde bleibt Gemmel weiter der Landjugend des Kreises Bernkastel-Wittlich verbunden sowie dem CDU-Gemeindeverband Morbach. Und zwischendurch schaufelt er sich natürlich Zeit frei für seine Kinder - zwei Jungs und ein Mädchen im Alter von fünf, vier und einem Jahr. Seinem ältesten Sohn Jonas erfüllte er zum Beispiel im Sommer einen kleinen Traum: Aus Stroh baute er ihm einen Traktor, für den der Junge sogar seinen heiß geliebten Tret-Traktor links liegen ließ.