Einerseits werden Schulen aufgestockt, andererseits zerstört

Der Schulstandort Traben-Trarbach soll nicht nur erhalten, sondern weiter ausgebaut werden. Mit dieser Sichtweise schließt sich der Stadtrat den Bemühungen der Verbandsgemeinde an.

Traben-Trarbach. (urs) In Sachen Schulstandort Traben-Trarbach steht der Stadtrat voll und ganz hinter der Verbandsgemeinde. Diese hat konkrete Vorstellungen für das kommende Schuljahr (der TV berichtete) formuliert: Ein G8-(Ganztags-)Gymnasium (Abitur nach acht Jahren), eine kooperierende Realschule plus und eine Fachoberschule (Gesundheits- und Sozialwesen).

Mit diesen Zielen vor Augen wollen sich auch die Stadtratsmitglieder einsetzen für die Weiterentwicklung des breit gefächerten Schulangebotes. Bewogen dazu haben die Bestrebungen des Landes in Richtung zusätzliche Integrative Gesamtschulen (IGS). Stadtratsmitglied Jürgen Römer (CDU) befürchtet nachteilige Auswirkungen für den Schulstandort Traben-Trarbach. Noch besuchten rund 800 Schüler die Schulen vor Ort. Doch das könne sich rasch ändern, verweist er auf aufstrebende IGS-Standorte wie Kirchberg. Zumal ringsum weitere Standorte im Gespräch seien wie in Zell, Sohren oder Morbach. Im Sommer habe sich zudem ein kompletter Jahrgang Kröver Schüler für den Besuch des Gymnasiums Bernkasel-Kues entschieden. Bewogen dazu habe möglicherweise die Hoffnung auf einen leichteren oder schnelleren Abschluss. Als Vater von vier Kindern im Alter von 15 bis 22 Jahren hofft Römer, dass der Standort Traben-Trarbach weiterhin für Qualität steht. Es brauche aber mindestens 600 bis 700 Schüler, um das vielseitige Paket an Leistungs- und Grundkursen der Mainzer Studienstufe anbieten zu können. Daher stellt er die Bestrebungen der Landesregierung in Frage. Es mache doch keinen Sinn, "unnötigerweise neue Schulen zu bauen oder aufzustocken" und dadurch andere Schulen zu zerstören. "Was da passiert, ist hanebüchen."

Aber auch seine Ratskollegen sprechen sich einhellig für die Aufwertung des Schulstandortes Traben-Trarbach aus. Der "sehr ausgewogene" Schulstandort, so Hans-Joachim Weinmann (SPD), müsse weiter gestärkt werden, plädiert er für die Fachoberschule: "Die VG hat einen starken Schulstandort, und der soll auch erhalten bleiben." Nach Überzeugung von Rudolf Brixius (Freie Wähler) ist die Stadt aber auch angewiesen auf die Schulen. Für viele Zugezogene sei dieses Angebot mit dem angesehenen Gymnasium ein entscheidender Faktor bei der Wohnortentscheidung. Auch die FDP setzt laut Hannelore Immich auf die von der VG geforderte Kombination für den Bahnstandort Traben-Trarbach. Die Entwicklung in Richtung "Einheitsschule" wolle niemand. Mit Blick auf die Eltern sei aber eine relativ frühe Entscheidung wichtig.

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