Einfach mal unter sich sein
MORBACH. 150 Schülerinnen aus Morbach, Bernkastel-Kues und Hermeskeil genossen in Morbach den nur für sie organisierten "Mädchentag".
Endlich mal keine Jungs. Stattdessen jede Menge Spaß und Infos. Beim ersten Morbacher "Mädchentag" knien sich 150 Fünft- bis Zehntklässlerinnen mit Begeisterung in die angebotenen Workshops. Von Tanz und Kreativität bis zu Wissenswertem stehen rund ein Dutzend in der Hauptschule Kurfürst Balduin zur Auswahl. Für Mandy und Katharina gibt es kein langes Überlegen. Die Morbacher Realschülerinnen der Klasse 6c entscheiden sich für Hip-Hop und Comiczeichnen. Eines freut sie aber noch mehr, als nach Herzenslust tanzen und malen zu können: "Dass man mal unter sich ist und machen kann, was man will, und die Jungs einem nicht reinschwätzen können", hält Katharina mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Tatjana schwelgt in Farben
Mitschülerin Sophie bestätigt: "Es ist schön, sich unterhalten zu können, ohne dass die Jungs immer gleich wissen wollen, über was man schwätzt." Daher hat an diesem Tag der Spaß Vorfahrt. "Wir haben einen schönen Tanz gelernt", erzählen Yentl aus Gutenthal und Michelle "vom Balkan", den verschmolzenen Nachbardörfern. Die Thalfangerin Tatjana, Fünftklässlerin am Gymnasium Hermeskeil, schwelgt in Farben: "Ich hab heute besser malen gelernt." Derweil übt sich eine Gruppe Zehn- bis Zwölfjähriger im "Videoclipdancing" - ganz ohne Jungs: "Die sagen immer so blöde Sprüche und lachen sich kaputt", kommentieren Jennifer und Isabelle. Spaß habe auch das Singen gemacht, berichten Mona, Stephanie, Sabina und Regina, während Elena und Corinna vom Mimik-Einstudieren in der "Theater-Improvisation" schwärmen. Für 14-Jährige fast schon ein Muss ist das Angebot "Was ist los in meinem Körper". "Ich find das sehr gut, da kann man besser verstehen, was abgeht", lobt Natascha den Kurs. Da sie aktiv mithelfen könnten, so Anna, sei das Ganze anschaulicher. Nach Ansicht von Tatjana müsste das in der Schule früher behandelt werden. Das sei schon was für die sechste und siebte Klasse, sind sich die Neuntklässlerinnen der Morbacher Hauptschule einig - "bevor es zu spät ist." So ein Mädchentag könnte doch einmal im Monat angeboten werden, regen einige an. Eine positive Bilanz des Mädchentages ziehen auch die Organisatoren, das Diakonische Werk des evangelischen Kirchenkreises und "Eva Luna", ein Arbeitskreis des Kreises für Mädchen. "Wir sind glücklich, dass das so ein schulübergreifendes Projekt war", freut sich Dorothea Müller von der Schwangerschaftsberatung der Diakonie. Schülerinnen der Morbacher Haupt- und Realschule sowie aus Bernkastel-Kues und Hermeskeil seien dabei gewesen. Dies belege das Interesse an solchen Angeboten, von denen es weitere in Morbach geben werde. "Eva Luna" plane einen Mädchentag in Bernkastel-Kues, verrät Renate Thesen-Dimmig, die der Hauptschule für die Räume dankt. Trotz des organisatorischen Aufwands sei die Schule offen für das Projekt gewesen und habe auch schon erneut eingeladen, sagt Müller. Ohne den Etat des Kreises sei der Mädchentag jedoch gar nicht möglich gewesen.