Einfallsreich für die Gemeinschaft
Horath · Der Bürgerverein Horath engagiert sich auf vielfältige Art für seine Gemeinde: Spielplatzgeräte sind ihm ebenso zu verdanken wie Bäumchen für Neugeborene. Außerdem renovierte der Verein, unterstützt von Bürgern, einen Kreuzweg, befreite eine Brücke von Gestrüpp und beteiligte sich an Benefiz-Aktionen.
Horath. Als unlängst Kinder und Erwachsene mit Laternen durch Horath zogen, trieb sie nicht nur die Vorfreude auf eine Martinsbrezel an. Ähnlich gefragt war die anschließende Tombola in der Hochwaldhalle. Seit 2001 ist dieses Angebot des Bürgervereins Horath fester Bestandteil des Programms. Jahr für Jahr gelingt es den Mitgliedern, spendable Sponsoren aufzutun, die attraktive Preise stiften. Doch diese Aktion ist nur eine von vielen des rührigen Bürgervereins (siehe Hintergrund), dem die Ideen nicht ausgehen.
Erstmals von sich reden machten die Vereinsmitglieder, als sie dem Kindergarten 1997, ein Jahr nach Vereinsgründung, ein Klettergerät für den Spielplatz schenkten. Kölner Auszubildende hatten das Multifunktionsgerät gebaut, das der Verein für gut 3200 D-Mark kaufte. Das Geld dafür - plus gut 200 D-Mark für die Krabbelgruppe - kam vor allem beim Gründungsfest, zu dem das ganze Dorf eingeladen war, zusammen. Ohne die breite Unterstützung vonseiten der Bevölkerung hätte der von sieben Personen gegründete Verein das nicht stemmen können.
Das Spielgerät war noch nicht übergeben, da waren schon die Weichen für ein weiteres Großprojekt gestellt: die Renovierung des Kreuzweges an der Heimkehrer- und Gedächtniskapelle. Alle Stationen wurden auf neue Fundamente gestellt, die Wege ausgebessert und mit 200 Metern Geländer gesichert. Das ambitionierte Projekt, das auch zwei Holzbänke einschloss, fand enorme Unterstützung im Ort. Vor allem viele ältere Bürger packten mit an, so dass letztlich mindestens 150 ehrenamtliche Arbeitsstunden im Wert von mehr als 5000 Euro zusammenkamen. Zusätzlich investierte der Bürger-Verein für Material etwa 1400 Euro. Parallel dazu brachten die Mitglieder eine weitere Initiative auf den Weg. Seit Vereinsgründung pflanzen sie für jedes Neugeborene einen Birnen- oder Zwetschgenbaum. Einschließlich des zugehörigen Holzschildes mit dem Namen des Kindes und dem Geburtsjahr lässt sich der Verein allein diese Aktion pro Baum etwa 50 Euro kosten. Vorsitzender Jan Steffes schätzt, dass die Mitglieder inzwischen mindestens 50 Bäume gepflanzt haben.Extra
Bürgerverein Horath:Gründung: 23. Juni 1996. Mitgliederzahl: 32 im Alter von 21 Jahren bis Mitte 70. Mitgliedsbeitrag: 6 Euro pro Jahr. Vorstand: Vorsitzender Jan Steffes, zweiter Vorsitzender Stefan Rentmeister, Kassenwartin Karin Rentmeister, zweite Kassenwartin Sarah Klassen, Schriftführer Marco Steinmetz, Geschäftsführer David Hartmann. ursExtra
Zu den Aktivitäten des Vereins gehören das Freischneiden der Wanderwegsbrücke oberhalb der Kläranlage, die Schiefereindeckung der Begrüßungsschilder an den Ortseingängen (300 Euro), die Beteiligung an der Renovierung einer Pietà der Kirchengemeinde (gut 2000 Euro), des Spielplatzes in der Ortsmitte (1500 Euro) und der Kirchenorgel (550 Euro). Hinzu kommen mit den Ortsvereinen organisierte Benefiz-Feste: für die schwer mehrfach behinderte Annika (2001, 2003 und 2010) und im Jahr 2002 für Flutopfer. Außerdem lud der Verein zu einer Trinkwasser-Wanderung rund um Horath, Merschbach und Gräfendhron ein und half mit beim Kunsthandwerkermarkt des Heimat- und Verkehrsvereins der drei Orte sowie an den Frühlingswanderungen der Verbandsgemeinde. Besonders gelungen war die in 2009, als am Horather Sportplatz ein römisches Lager mit kämpfenden Soldaten campierte. Im Rahmen der Fußball-Welt- und Europa-Meisterschaften (2010 und 2012) bot der Verein zudem mehrere Public Viewings an. Jüngstes Vereins-Kind ist der Nikolaus-Rock, kurz "Niko-Rock", ein Konzertabend, der Nachwuchsbands aus der Region eine Plattform bieten will. In diesem Jahr fällt er wegen Terminproblemen der Hora-ther Band Accident Purple allerdings aus. urs