Einiges hat sich verändert

Es wird im TV berichtet, dass der "mit der Tierhaltung verbundene Geruch" nicht nur Verständnis gefunden habe. Ortsbürgermeisterin Inge Schell (gleichzeitig auch Verkäuferin des Anwesens an den Schäfer, Herr Steffen) wird zitiert: "Wir sind halt noch landwirtschaftlich orientiert" - da ließen sich Gerüche nur schwerlich vermeiden.

Gerüche durch normale Tierhaltung waren nicht das, was von den Anwohnern beklagt worden ist. Leider wird nicht erwähnt, dass es sich damals zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung nicht um Tierhaltung gehandelt hat, sondern um Schafmast inmitten eines Wohnbereiches des Dorfes. Im Stall standen zirka 30 Schafe eng an eng, die sich aus Gründen der Mast möglichst nicht bewegen sollten. Sie wurden mit Mastfutter genährt; die Stalltüren standen weit offen, es wurde das Prinzip des schichtweisen Einstreuens ohne Ausmisten praktiziert. Die Folge war, dass 40 bis 60 Fliegen in jedem Zimmer der benachbarten Häuser damals keine Seltenheit waren. Der zum Zeitpunkt der Mast entstandene Geruch war so intensiv, dass es trotz der Hitze (30 Grad und mehr) nicht möglich war, die Fenster zu öffnen. Dies und die Aussicht, dass das ganze Jahr hindurch Mast betrieben werden sollte, war Anlass genug, ein Gespräch mit Herrn Steffen zu suchen. Die Unterschriftenliste war meines Erachtens notwendig, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um ein bis zwei Leute handelte, die unter den oben genannten Umständen litten, sondern dass es eine größere Gruppe von Menschen war, die sich um ihr Wohlergehen und um das Dorf als touristischen Ort Sorgen machten. Eine weitere Tatsache wurde leider nicht erwähnt. Zum Zeitpunkt des Veterinärbesuches standen im besagten Stall nur noch zirka zehn Schafe; eine Begutachtung des alten Zustandes war somit nicht mehr möglich. Seitdem können wir der Ortsbürgermeisterin zustimmen: inzwischen rieche da auch nichts mehr. Denn seit damals hat sich einiges verändert: 1. keine Schafmast, sondern normale Tierhaltung, 2. komplette Ausmistung des Stalls, 3. Wasseranschluss durch einen Hydranten, 4. deutlich geringere Anzahl der Schafe. Es wäre schön, wenn es so bliebe, denn gegen normale Gerüche bei normaler Tierhaltung hat wohl niemand etwas einzuwenden. Ich finde es sehr schade, dass nach Eintritt einer gewissen Beruhigung im Dorf das Thema durch diesen Bericht - diesmal in aller Öffentlichkeit - von der Ortsbürgermeisterin und von Herrn Steffen in dieser Weise aufgegriffen worden ist und erneut Unruhe geschürt wird. Christa Anderski, Gornhausen