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Einmischung ist erwünscht: Verbandsgemeinde Traben-Trarbach lädt zum Jugendforum ein

Einmischung ist erwünscht: Verbandsgemeinde Traben-Trarbach lädt zum Jugendforum ein

Wittlich, Bernkastel-Kues und Morbach haben Jugendparlamente und hauptamtliche Betreuer. In Traben-Trarbach ist man noch nicht soweit. Bei einem Forum am 29. Oktober wird darüber geredet - aber auch über andere Sachen.

So etwas ist zumindest eine politische Karriere im Kleinen. 1997 war Marcus Heintel erster Vorsitzender des Marbacher Jugendparlaments (JuPa), 19 Jahre später ist er Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach. Dort gibt es noch kein JuPa. Es liegt aber nicht nur in der Person des mittlerweile 40-Jährigen begründet, dass derzeit über eine solche Einrichtung gesprochen wird. Bereits vor der Fusion zwischen den Verbandsgemeinden Traben-Trarbach und Kröv-Bausendorf, und damit vor Heintels Wahl, war ein Jupa für die damalige VG Traben-Trarbach mehrfach im Gespräch. "Der damalige Bürgermeister Ulrich K. Weisgerber hat gesagt, man sollte damit bis nach der Fusion warten", erinnert sich VG-Ratsmitglied Renate Braband. Nun könnte die Zeit gekommen sein. Die erste große Gelegenheit zu einer Diskussion gibt es am Samstag, 29. Oktober, bei einem Jugendforum.
Mitreden - Mitmachen - Einmischen: Diese drei Begriffe sollen von 14 bis 17 Uhr ins Stadthaus "Alter Bahnhof" locken. Nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene aus der neuen VG sind eingeladen. Willkommen sind auch Erwachsene, Vertreter der Vereine und Kommunalpolitiker.

Es geht an diesem Tag nicht vorrangig um die Wahl eines JuPas. "Was brauchen und was wünschen junge Menschen, um das Leben in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach auch im Jahr 2017 attraktiv zu finden", heißt es ganz allgemein in der Einladung.

15 junge Leute aus dem Gymnasium und der Realschule plus haben sich bereits bei einem Workshop an einer Bestandsaufnahme beteiligt und Wünsche geäußert. Im Vordergrund stehen mehr Veranstaltungen, Freizeitangebote, Treffpunkte und eine bessere Mobilität, berichtet Kreisjugendpfleger Peter Caspers.

Der Wunsch nach einem JuPa sei da nicht aufgetaucht. Caspers hat dafür Verständnis: "Was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen." Caspers wird am 29. Oktober die bisherigen Ergebnisse vortragen. In einer offenen Diskussion werde danach über die Zukunft geredet. Dann komme sicher auch das Jugendparlament zur Sprache. Eine Jupa mache aber nur Sinn, "wenn sich jemand um die jungen Leute kümmert, der nicht von der Verwaltung ist", sagt Caspers. Heißt im Klartext: Es muss ein hauptamtlicher Jugendpfleger eingestellt werden. Auch darüber wird schon länger nachgedacht. Auch aktuell sei dies der Fall, sagt Bürgermeister Heintel.
Das Jugendforum bietet dafür eine große Plattform. Heintel ist optimistisch, dass die Veranstaltung angenommen wird. "Ich gehe davon aus, dass Interesse vorhanden ist", sagt er.Meinung

Für Jugendpfleger muss Geld da sein
Die Jugendlichen, die sich derzeit für eine besser Ausstattung der Skaterbahn in Traben-Trarbach engagieren beweisen es: Erwachsene schalten nicht gleich auf Durchzug, wenn Wünsche an sie herangetragen werden. In einem Jugendparlament könnten die Belange dieser Generation natürlich noch besser vertreten werden. Übergestülpt werden sollte eine solche Einrichtung den Adressaten aber nicht. Ohne einen Jugendpfleger braucht man sie nicht anzugehen. Sein Gehalt wäre eine sinnvolle Investition - mit oder ohne Jugendparlament. c.beckmann@volksfreund.de