Einstimmiges Votum: Brummis raus aus Trarbach

Einstimmiges Votum: Brummis raus aus Trarbach

TRABEN-TRARBACH. Einstimmig hat sich der Stadtrat Traben-Trarbach dafür ausgesprochen, dass der Schwerlastverkehr aus dem Ortsteil Trarbach verbannt wird. Die VG-Verwaltung wird beauftragt, in Verhandlungen mit den zuständigen Behörden eine Sperrung der Schottstraße (L 190) zu bewirken.

Der Stadtrat Traben-Trarbach geht in die Offensive. Er will, dass die Schottstraße für den Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen (Busse sind ausgenommen) gesperrt wird. Das bedeutet, dass die vom Hunsrück kommenden LKWs andere Routen an die Mosel nehmen müssen. Während der umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Moselbrücke in diesem und vergangenen Jahr war bereits der Schwerlastverkehr mit entsprechenden Schildern großräumig umgeleitet worden. Eine offizielle Sperrung der L 110 von der Hunsrückhöhenstraße bis in den Stadtteil Trarbach gab es bislang aber nicht. Die Stadt wollte, dass diese Lösung dauerhaft Bestand hat. Nach dem heftigen Protest aus Zell, wo eine Mehrbelastung der B 421 (Zeller Berg) durch den Schwerlastverkehr befürchtet wird, wurden die Umleitungsschilder aber wieder abmontiert. Behörden werden angehört

Nun will Traben-Trarbach die komplette Sperrung der Schottstraße für den Schwerlastverkehr. Die Verbandsgemeindeverwaltung wird nun ein Anhörungsverfahren einleiten unter Beteiligung des Straßen- und Verkehrsamtes, der Polizei und der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Eine Reihe von Fragen sind dabei zu klären - zum Beispiel, wo der Verkehr abgeschlagen werden soll (Hunsrückhöhenstraße oder Abzweig Starkenburg/Enkirch) und welche Beschilderung gewählt wird. Jürgen Römer, Sprecher der CDU/FDP-Fraktion, begründete den Antrag der Fraktion. Die Zustände in der engen Moselstraße (die Schottstraße mündet in die Moselstraße), seien eine Zumutung für Anwohner, Geschäftsleute und Touristen. Immobilien seien schwer zu vermieten und kaum noch verkäuflich. Die steil abschüssige und kurvenreiche Schottstraße führe an einem Kindergarten vorbei, Ausweichmöglichkeiten gebe es keine. Die Moselstraße sei neben der Brückenstraße die wichtigste Einkaufsstraße von Trarbach mit einem hohen Fußgängeraufkommen. Dort könne der Schwerlastverkehr ohne Beanspruchung der Gehwege nicht rangieren. Römer: "Dort besteht eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Fußgänger." Römer verwies ferner auf ähnliche Sperrungen in den Nachbargemeinden. So sei beispielsweise die L 199 zwischen Grenderich und Zell-Merl für den Schwerlastverkehr ab 7,5 Tonnen gesperrt, die L 194 von Würrich über Altlay nach Zell für den Verkehr ab 16 Tonnen. Römer forderte ferner, sich weiter um die Realisierung einer neuen Brücke zwischen Wolf und Rißbach zu bemühen, um auch den Stadtteil Traben vom Schwerlastverkehr zu befreien und eine bessere Anbindung des Gewerbegebietes Mont Royal zu erreichen. Auch Hajo Weinmann, Sprecher der SPD-Fraktion, verwies auf das große Gefahrenpotenzial für Anwohner und Fußgänger der Schott- und Moselstraße. Weinmann: "Wer einmal vom Bürgersteig in einen Hauseingang springen musste, um nicht unter die Räder eines LKW zu kommen, der weiß wie gefährlich diese Situation ist." Weinmann verwies auf die weiträumige Umleitung während der Brückenbauarbeiten. Weinmann: "Bis vor wenigen Wochen hatte diese Lösung Bestand, bis die Kreisverwaltung Cochem-Zell intervenierte und die Schilder wieder abgebaut wurden." Zell hat übergeordnete Bundesstraße

Die Zeller, so Weinmann, sollten sich einmal daran erinnern, als durch die heutige Fußgängerzone noch solche schweren LKWs fuhren. Ein Zustand, den die Zeller sich sicher nicht zurücksehnen würden. Es könne nicht sein, dass die Stadt Zell mit einer übergeordneten Bundesstraße (B 421) an den Hunsrück angebunden sei und dies mit Steuergeldern. Gleichzeitig sollte diese Verbindung für Nachbargemeinden aber nicht zur Verfügung stehen, während in Traben-Trarbach der Schwerlastverkehr über eine untergeordnete Straße abgewickelt werden soll. Weinmann: "Wir bitten die Bürger aus Zell um Solidarität. Wie würden diese entscheiden, wenn ein schwerer LKW nur wenige Zentimeter an ihrer Hauswand vorbeifahren würde?" Dass Zell in Sachen Schwerlastverkehr einlenkt, damit ist kaum zu rechnen. Am Dienstag, 30. September, befasst sich der Stadtrat Zell mit dem Thema. Tagesordnungspunkt 11: "Erlass einer Resolution gegen das Begehren der Stadt Traben-Trarbach auf Umleitung des Schwerlastverkehrs..."

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