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Einstündiger Rundweg bei Heidweiler

Streifzug : Ein neuer Streifzug: Zwei Volksfreund-Redakteure wandern durchs Heckenland

Bei diesem Streifzug hat es die TV-Redakteure ins Heckenland verschlagen. Der etwa einstündige Weg bei Heidweiler bietet viel Landschaft und eine Kirche mit besonderer Geschichte.

Manchmal ist es gar nicht so leicht, den passenden Spazierweg zu finden. Er sollte schließlich nicht zu lang sein, aber auch nicht zu kurz. Gut begehbar, aber auch nicht über stark befahrene Straßen führen. Und, und, und...

In Heidweiler zum Beispiel haben wir zwei Versuche gebraucht, um eine passende Strecke ausfindig zu machen. Bei der ersten Tour, eine Woche zuvor, haben wir zwar einen schönen Waldweg entdeckt, der aber dann irgendwo auf der Landesstraße endete. Und direkt an der Fahrbahn entlang zu stapfen, das möchten wir Ihnen, liebe Leser, dann doch nicht zumuten.

Deshalb ein neuer Versuch. Wir parken vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Vor dort aus überqueren wir die Straße und gehen beim Feuerwehrhaus „Zum Unterdorf“, wie es auf dem Schild heißt. Dann wenden wir uns nach links, weil ein Hinweisschild zum Waschhaus weist. Als wir rechts von uns die Kirche sehen, entscheiden wir jedoch spontan, in diese Richtung zu gehen und uns das Gotteshaus mal aus der Nähe anzuschauen.

 Grafik: Typoserv
Grafik: Typoserv Foto: TV/Typoserv

Und das lohnt sich, schon allein wegen der Legende um die im Jahr 1416 gebauten Kirche Sankt Vincentinus. Danach sollte das Bauwerk eigentlich im Unterdorf entstehen, wo auch das Material hingebracht wurde. Doch über Nacht verschwanden Steine und Holz und die Heidweilerer fanden es auf einer Anhöhe südlich des Ortes wieder.

Das wiederholte sich, so erzählt man sich, mehrfach, bis man sich schließlich entschloss, den heiligen Ort dort zu bauen, wo sich das Baumaterial immer wieder einfand. Ob was dran ist? Nachgewiesen ist jedenfalls, dass die Kirche zu den ältesten im Heckenland zählt.

Von dort aus zeigt uns dann ein Holzschild den Weg zur nächsten kleinen Sehenswürdigkeit, dem „Bildchen“. Wir folgen eine Weile dem Pfad an den Feldern entlang und finden schließlich, im Schatten einer Linde, ein Heiligenhäuschen aus rotem Sandstein. Auch der Baum ist prächtig anzuschauen, er steht auch unter Naturschutz.

Bevor wir an diesen alten Wurzeln aber selbst welche schlagen, lassen wir Heiligenhäuschen und Baum rechts liegen und gehen geradeaus weiter in den Wald. Hier geht es sich schön auf angenehm weichen Boden.

Nach einigen hundert Metern halten wir uns rechts und kommen schließlich auf eine Wiese. Die sieht ziemlich zerwühlt aus, vermutlich waren hier Wildschweine zugange. Was auch erklärt, warum in diesem Wald überall Hochsitze stehen, auch auf dem Hügel. Wir gehen in Richtung der Jagdkanzel und kommen an einem Baum vorbei, an dessen Rinde sich imposante Pilze gebildet haben.

Dann biegen wir nach rechts ab und gehen weiter durch den Wald wieder in Richtung Heidweiler. Das sagt uns zumindest unser, wie Sie ja sicher schon bemerkt haben, eher schwach ausgebildeter Orientierungssinn, der uns aber dieses Mal zum Glück nicht trügt.

Als wir auf die nächste Lichtung kommen, sehen wir schon wieder die Häuser und die Kirche. Wir gehen den Weg weiter und kommen an einer Wiese vorbei, auf der Damwild weidet. Auf jeden Fall vermuten wir, dass es sich bei den grasenden Hirschen um diese Tierart handelt. Als Nichtjäger sind wir da allerdings nicht sicher und wissen, dass hier das nächste Fettnäpfchen lauern könnte.

Jetzt sind wir wieder im Dorf und landen auf der Straße, die uns zurück zum Ausgangspunkt führt.