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Eintritt für den Mosel-Wein-Nachts-Markt: Mit fünf Euro sind Sie wohl dabei

Kostenpflichtiger Inhalt: AUS DEM ARCHIV: Januar 2020 : Eintritt für den Mosel-Wein-Nachts-Markt: Mit fünf Euro sind Sie wohl dabei

Der Stadtrat Traben-Trarbach entscheidet im Februar über die Höhe des Eintritts für den Wein-Nachts-Markt. Der Gewinn soll in die Weiterentwicklung der zugkräftigen Veranstaltung gesteckt werden.

Die Grundsatzentscheidung steht bereits seit einigen Wochen. Nun hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Traben-Trarbach Nägel mit Köpfen gemacht und dem Vorschlag über die Eintrittspreise für den Wein-Nachts-Markt mit großer Mehrheit zugestimmt. Eine Tageskarte beziehungsweise ein Wochenendticket zum Besuch der vier Keller in der Traben-Trarbacher Unterwelt soll danach fünf Euro kosten. Eine Dauerkarte (23 Tage) soll zehn Euro kosten. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Menschen mit Behinderung haben freien Eintritt. Die letzte Entscheidung trifft im Februar der Stadtrat.

Das grundsätzliche Votum war nicht unbedingt zu erwarten. Noch im vergangenen Jahr gab es Gegner eines Eintrittsgeldes. Ein Wirtschaftlichkeitsgutachten einer externen Firma und eine Ausarbeitung durch die hiesige Tourist-Information sorgten dafür, dass sich Gegner und Skeptiker in Befürworter verwandelten.

Der erste Anstoß war bereits vor Jahren von der CDU gekommen. „Das Thema brennt unter den Sohlen“, wirbt deren Beigeordneter Erwin Hausmann um die Umsetzung vor der zehnten Auflage in diesem Jahr. „Das Gutachten ist schlüssig“, sagt er.

Genauso argumentiert Hajo Weinmann (SPD). „Ich war zuerst auch kein Befürworter, aber wir müssen in den Wein-Nachts-Markt investieren, und dafür brauchen wir Geld“, sagt er. Über eine Erhöhung der Standgebühren sei das nicht zu erreichen, sagt Stadtbürgermeister Patrice Langer (SPD). Bisher habe vor allem die Stadt investiert und andere hätten davon profitiert. Hannelore Reuter-George (FDP) wurde von einer Kritikerin zu einer Befürworterin. Auf freiwilliger Basis sei kein Erfolg zu erzielen. Nur die Grünen-Vertreterin lehnt den Antrag ab.

Beigeordneter Hajo Weinmann stellt die neueste Kalkulation vor. Die Einnahmen könnten sich bei bisher noch geschätzten 150 000 Besuchern auf etwa 500 000 Euro belaufen. Bei den Ausgaben sei mit etwa 130 000 Euro zu rechnen. Alleine die Firma, die die Kassenhäuschen und die Mitarbeiter stellt bekomme 88 000 Euro. Mit eigenen Leuten sei das nicht zu stemmen. Mit einer Firma werde auch eher dem Sicherheitsgedanken Rechnung getragen. Der Gewinn soll ausschließlich der Weiterentwicklung des Wein-Nachts-Marktes dienen. „Und da gibt es noch genug zu tun“, sagt Erwin Haussman.

Wie mehrfach berichtet hat sich die Veranstaltung im Laufe der Jahre zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Ihren Reiz zieht sie daraus, dass die Händler in vier großen Weinkellern aus der Zeit des Jugendstils ihre Stände aufbauen. Der Markt ist damit unter anderem auch vom Wetter unabhängig. Viele Busunternehmen aus der geamten Region bieten Fahrten zu der Veranstaltung an.

Die Stadt umwirbt vor allem die Tagesgäste und die Wochenendbesucher, von denen auch Hotellerie und Gastronomie in Traben-Trarbach profitieren.