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Einwände gegen die Windkraftpläne

Einwände gegen die Windkraftpläne

Sabine Lütt und Matthias Kunz aus Hunolstein erarbeiten für den Umweltschutzverband BUND eine Stellungnahme zu den Windkraftplänen der Einheitsgemeinde. Sie führen zahlreiche Gründe gegen den Bau der Anlagen rund um den Ranzenkopf auf.

Hunolstein. Sabine Lütt und Matthias Kunz aus Hunolstein sind ökologisch bewusste Menschen. Doch je länger sie sich mit dem geplanten Bau der Windenergieanlagen rund um den Ranzenkopf befassen, desto mehr sind sie dagegen.
Ihr Hauptkritikpunkt ist die einzelne Betrachtung der vier verschiedenen Windparks mit bis zu jeweils 17 Anlagen, die zwar räumlich zusammenhängen, "aber es existiert keine Planung für das gesamte Gebiet", kritisieren sie.
Diese wäre wichtig, denn dann sei die Planung für den normalen Bürger besser zu durchschauen. Sollten alle Standorte genehmigt werden, würden 52 Windanlagen zwischen Horath und Elzerath entstehen (der TV berichtete mehrfach). Derzeit bereiten Lütt und Kunz eine Stellungnahme für den BUND Kreisverband Bernkastel-Wittlich im Rahmen der Offenlage der Fortschreibung des Flächennutzungsplans der Einheitsgemeinde vor, dazu kommt noch eine eigene.
Tiere werden beeinträchtigt


Im Detail bemängeln sie den Eingriff in das Landschafts- und Wasserschutzgebiet. Denn das Gebiet sei trotz Monokultur artenreich, alleine im Bereich Monzelfeld/Gornhausen/Veldenz seien 17 Wildkatzen.
Hinzu kommen weitere Tierarten, beispielsweise 14 Fledermausarten, sowie Pflanzen wie die Stechpalme Ilex. Der von den Anlagen erzeugte Lärm wirke sich auf den Lebensraum der Tiere aus. Die insgesamt rund 50 Bauvorhaben wirkten auf eine Länge von acht Kilometer wie eine Barriere auf wandernde Tiere wie Zugvögel.
Kulturhistorische Dinge wie die Römerstraße und Naturdenkmäler wie die Graue Lay und der Heidepütz müssten stärker gewichtet werden, und es sei unklar, wie sich der Wasserhaushalt in dem Waldstück, das als Wasserschutzgebiet ausgewiesen sei, bei 52 Fundamenten ändere. Die aufgeführten Bedenken seien auch in der Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde zu finden. Pro Fundament würden bis zu 3500 Tonnen Beton benötigt, sagen sie. Zudem seien Plätze für benötigte Umspannwerke noch nicht festgelegt.
Lütt und Kunz sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft, glauben aber nicht, dass sich das Energieproblem mit den Anlagen lösen lasse. Sie beklagen auch das Ausmaß, das der Bau von Windrädern angenommen habe. Kunz: "Wenn überall geplant und gebaut wird, ist nicht absehbar, wie es in fünf Jahren hier aussieht." cst