Eisenbahnfreunde kritisieren Nationalpark-Mobilitätsstudie

Eisenbahnfreunde kritisieren Nationalpark-Mobilitätsstudie

Mit Buslinien soll der neue Nationalpark Hunsrück-Hochwald erschlossen werden. Das sieht eine Mobilitätsstudie vor. Eisenbahnbefürworter kritisieren diesen Plan und haben ein alternatives Konzept entwickelt.

Hermeskeil/Morbach. Die beiden Vereine Historische Eisenbahn Hunsrück und Pro Hochwald- und Hunsrückbahn kritisieren die Mobilitätsstudie für den Nationalpark, die das Land in Auftrag gegeben hat.
Das Dortmunder Beratungsbüro "Planersocietät" sieht für die Bahnstrecke Türkismühle - Hermeskeil - Morbach - Büchenbeuren ein "überschaubares Nachfragepotenzial" für einen Museumsverkehr, verweist aber auch auf hohe Investitionen.
Die beiden Vereine verweisen aber darauf, dass zur Finanzierung in Rheinland-Pfalz ein Fördertopf für Eisenbahnen bereitstehe, der Projekte mit 85 Prozent bezuschusst.
Das hatte anlässlich der Vorstellung der Studie auch die Landtagsabgeordnete Jutta Blatzheim-Roegler (Bündnis90/Die Grünen) bestätigt. Nils Göttert vom Verein Historische Eisenbahn Hunsrück sagt, dass vergleichbare Touristikbahnen auch mehr als nur ein überschaubares Nachfragepotenzial aufweisen. So befördere zum Beispiel die Ilztalbahn im Bayerischen Wald über 40 000 Fahrgäste in der Saison, die Sauschwänzlebahn im Schwarzwald über 100 000 und die rein mit Dampflokomotiven verkehrende Harzer Schmalspurbahn bringe über eine Million Besucher auf den Brocken.
Göttert begrüßt die Empfehlung des Beratungsbüros, einen Trassensicherungsvertrag für die Gesamtstrecke abzuschließen, um die Option eines Schienenverkehrs zu wahren.
Die Eisenbahnfreunde favorisieren ein Alternativkonzept, das Eisenbahn- und Busverkehr miteinander kombiniert, um den Nationalpark zu erschließen.
Dabei soll zunächst die Bahnstrecke Morbach - Hermeskeil als Parallelachse zur Nahestrecke eingebaut und mit drei Buslinien ergänzt werden. hpl

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