Eiskaltes Seepferdchen

GREIMERATH. Vor genau zehn Jahren hatte Thomas Marx die Idee, aus Eis künstlerisch Figuren zu gestalten und in die Vermarktung mit einzubeziehen. Aus dieser Idee hat er inzwischen mehr als ein Hobby gemacht. Als international gefragter Eis-Künstler sind seine Arbeiten zu vielen Anlässen gefragt.

Als Koch im elterlichen Betrieb, der Gaststätte "Greimerather Forst", legt Thomas Marx Wert auf das äußere Ambiente. Bei festlichen Anlässen möchte er, wie er sagt, nicht ausschließlich Kulinarisches auf den Teller bringen. Vielmehr sollte das Auge, das ja bekanntlich mit isst, einbezogen werden. So brachte ihn seine künstlerische Ader auf die Idee, gutes Essen mit angenehmer Optik zu verbinden. Und er hat Erfolg damit. "Seit meiner Kindheit habe ich davon geträumt, aus Eis schöne Figuren zu erstellen", erzählt der 33-jährige Bildhauer, dessen Vorbilder in Japan leben. Seit rund acht Jahren stellt er seine Werke der Öffentlichkeit vor. Auf seinem Anwesen in Greimerath stehen in einem Anbau zehn große Kühltruhen. Darin liegen bearbeitete und unbearbeitete Eisblöcke und fertige Kunstwerke. "Die Lagerzeit in der Truhe ist begrenzt", erklärt Marx. "Liegen die Werke zu lange darin, setzen sich die feinen Ausarbeitungen zu und die Arbeit war umsonst. Nach vier Wochen sollten sie schon ausgestellt werden." Marx öffnet eine Truhe. Darin liegt ein unbearbeiteter Eisblock. 150 Kilo wiegt er. Im Inneren des Blocks glaubt man eingeschlossene Blätter zu erkennen. "Das sind Kalkablagerungen des Wassers", erklärt Mark. Diese Muster bezieht er in seine Arbeiten mit ein. Sie machen die Eisfiguren interessant. Seine Kunstprodukte bearbeitet er mit elektrischer Kettensäge, Stechbeitel und Sägen bis zur Perfektion. "Alle Werkzeuge, die ein Schreiner benutzt, kann ich verwenden", erklärt Marx. Dann zeigt er die Werkzeuge vor und nicht wenige kommen aus China. "Die Stechbeitel von dort bestehen aus bis zu 12 geschmiedeten Lagen. Das sind hochwertige Produkte, die eine unvergleichliche Schärfe und Stabilität besitzen", sagt der Künstler. Sie haben natürlich auch ihren Preis, fast 200 Euro das Stück. "Nach der Bearbeitung ist das Eis trüb und matt", erklärt der verheiratete Familienvater. "Einen Zentimeter pro Stunde schmilzt das Eis bei Zimmertemperatur. Hierdurch gewinnt es immer mehr an Charakter und erhält einen edlen Glanz, der durch Lichteffekte verstärkt und variiert werden kann." Im Gegensatz zum Schreiner hat er mit dem Fegen seiner Werkstatt keine Probleme. "Das erledigt sich nach kurzer Zeit von alleine." Stolz zeigt er eine Reihe von Fotos, die seine Arbeiten, aber auch die Anlässe zeigen, auf denen Kunstwerke ausgestellt waren. Trauringe aus Eis zu Hochzeitsfeiern, Brillen für Feiern im Optikbereich, Logos für alle Berufssparten aber auch viele Tiere und sonstige interessanten Gegenstände als Beiwerke zu großen Diners, den Jahreszeiten entsprechend. Hier verbindet Marx seinen Beruf mit seinem Hobby, denn auch das Essen liefert er zu den Veranstaltungen bis hin zu den ATP-Tennisturnieren in Luxemburg. Auf seine gefüllten Alben mit Fotos von Anke Huber, Anna Kurnikowa, Jana Novotna und vielen anderen Stars ist Marx sehr stolz. Inzwischen weiß er kaum, wohin mit den Bildern. Deswegen habe ich alles digital angelegt. "Ich wüsste sonst nicht, wohin mit den Alben."

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