Eiszeit im Hunsrück

Mannomann, ist das ein kalter Winter. Im Hunsrück sind gefühlte 30 Grad minus? Ich übertreibe? Das glaube ich nicht. Denn zu den frostigen Temperaturen kommt schließlich die politische Eiszeit. Die Stimmung zwischen "vorm Wald" und "hinterm Wald" ist tiefgekühlt.

"Kinderklau" werfen die Rathaus-Chefs aus Herrstein und Rhaunen den Morbachern vor. Schließlich hebt die Einheitsgemeinde im kommenden Herbst eine Integrierte Gesamtschule (IGS) aus der Taufe. Und dafür entführen sie Schulkinder aus dem Nachbarkreis! Ein Skandal!

Immerhin sind sie pfiffig. Wenn die Thalfanger Ähnliches machen würden und beispielsweise Hermeskeiler oder gar Neumagen-Dhroner Kinder entführen würden, dann müssten sie sich nicht so viele Sorgen um ihre Regionale Schule machen.

Aber mal im Ernst: Wo soll das hinführen? Aus lauter Protest wird jetzt hinterm Wald auch eine IGS gegründet. Wo soll das enden? Irgendwann stehen auf jeder Seite der Kreisgrenze fünf, sechs, sieben, acht oder mehr Schulen. Das schaukelt sich hoch ohne Ende. Also, ich sehe nur eine Chance, da wieder rauszukommen. Die Morbacher müssen - quasi als vertrauensbildende Maßnahme - ihre Schulkinder freiwillig nach Herrstein und Rhaunen schicken. Dann schicken diese wiederum ihre wieder in die Einheitsgemeinde.

Eine geradezu geniale Lösung, wie ich finde. Bei so viel Schülerverkehr müssten neue Busse gekauft und jede Menge Fahrer eingestellt werden. Schwuppdiwupp hat die Region ihr eigenes Konjunkturprogramm, freut sich Eure