Eltern haben sich durchgesetzt

MÜLHEIM. In der Veldenzer Straße wird in Höhe des Schulüberweges eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern angeordnet. Dies ist das wichtigste Ergebnis eines Ortstermins.

Es ist jeden Morgen (montags bis freitags) dasselbe Spiel. Viele Mülheimer Kinder müssen die Veldenzer Straße (K 88) überqueren, um zu Schule und Kindergarten zu gelangen. Zur gleichen Zeit ist die Straße durch den Berufsverkehr aus Richtung Veldenz/Burgen und vom Hunsrück stark belastet. Unfälle hat es noch nicht gegeben, doch seit 1992 laufen Bestrebungen, das Gefahrenpotenzial zu minimieren. In einem Schreiben der Polizei heißt es, "dass die Kinder relativ nahe an die Fahrbahn treten müssen, um eine ausreichende Sicht zu erhalten". Geschwindigkeits-Kontrollen ergaben, dass etwa 15 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell fahren. Auch beim Gemeinde-Check ( TV vom 27. Februar) forderten Familien, etwas für die Sicherheit der Kinder zu tun. Impulsgeber war Klaus de Boer, auf dessen Antrag hin es zu einem weiteren Ortstermin kam. Mit dabei waren neben de Boer Vertreter des Elternausschusses von Schule und Kindergarten, der Leiter der Grundschule sowie Vertreter von Straßenbehörde, Straßenmeisterei, Polizei, Kreis, Verbands- und Ortsgemeinde. Die wichtigsten Ergebnisse: In diesem Bereich wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer (bisher 50 Stundenkilometer) angeordnet; eine so genannte Geschwindigkeitsbeeinfluss-Anlage (lachendes oder weinendes Gesicht) wird den Autofahrern anzeigen, ob sie sich an dieses Limit halten; an der Einmündung der Straße "Im Bergfried" wird eine Kette angebracht, um die Kinder zu der günstigsten Überquerungsstelle zu leiten; eine Längslinie auf der Fahrbahn soll verhindern, dass Autofahrer zu nahe an den Gehweg kommen; außerdem sollen Hecken zurückgeschnitten werden, damit ein größeres Sichtfeld entsteht.Umsetzung erfolgt zum neuen Schuljahr

Die Arbeiten sollen, so Manfred Knob (VG-Verwaltung Bernkastel-Kues), zum neuen Schuljahr umgesetzt sein. "Wenn das alles so vollzogen wird, sind wir zufrieden", sagt Antragsteller Klaus de Boer. Den Eltern sei zwar eine Bedarfsampel lieber gewesen und sie hätten dafür auch Unterstützung von Seiten der Polizei erfahren. Bei Kosten von 40 000 Euro bestünde aber keine Chance auf schnelle Umsetzung. Es sei aber auch nicht leicht gewesen, die jetzt avisierten Maßnahmen in die Wege zu leiten. "Erst wollten sie gar nichts tun", gibt de Boer die anfängliche Sichtweise einiger Behörden-Vertreter wieder. Tenor: Es sei 15 Jahre nichts passiert, da werde auch in den nächsten Jahren nichts Schlimmes passieren. Kinder und Autofahrer gingen mit der Situation mittlerweile routiniert um. Die Eltern seien mit der Sichtweise nicht einverstanden gewesen, sagt Klaus de Boer. Nach langer Diskussion habe man sich dann auf die geschilderten Neuerungen geeinigt.

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