Eltern protestieren gegen Unterrichtsausfall
In Wittlich wollen Eltern Unterrichtsausfälle nicht länger hinnehmen. "Nicht mehr tolerierbar" nennen sie die Situation und haben einen Arbeitskreis gegründet. Er soll gemeinsam erstellten Forderungen an die Adresse des Mainzer Kultusministeriums Nachdruck verleihen.
Wittlich. (sos) Mit einer Unterschriftenaktion und Schreiben an Ministerin Doris Ahnen sowie ADD-Präsidenten Peter Mertes protestiert ein neuer Arbeitskreis von Eltern des Wittlicher Cusanus-Gymnasiums gegen den Unterrichtsausfall. Am gestrigen Mittwochabend wollte sich der Zusammenschluss erneut treffen, um weitere Schritte zu planen und die Beteiligung an der Unterschriftenaktion zu sichten. Die Eltern fordern eine ausreichende, kontinuierliche Unterrichtsversorgung zur Erfüllung der Lehrpläne, qualifizierte, ausgebildete Lehrkräfte, keine weiteren Unterrichtsausfälle und Vertretungslösungen. Als übergeordnetes Ziel wünschen sie "Bildung, Chancengleichheit, Wettbewerbsfähigkeit" für ihre Kinder. Sie weisen darauf hin, dass beispielsweise am Wittlicher Cusanus-Gymnasium in der Jahrgangsstufe 11 in den ersten vier Wochen nach den Ferien zum Teil 35 Stunden für Schüler ausgefallen sind. In mehreren Kursen habe es keinen Unterricht in Englisch (Leistungskurs), Französisch, Mathematik, Geschichte (alles Grundkurse) gegeben, weil Lehrkräfte fehlten. Und das "trotz der Bemühungen der Schule". Sowohl Schulleitung und Lehrerkollegium hätten sich dafür eingesetzt, weitere Lehrer zu bekommen, die jedoch im gymnasialen Bereich "aus unterschiedlichsten Gründen nicht genügend" vorhanden seien.
Situation "einfach nicht mehr tragbar"
Die MSS-11 Elternsprecherin Rita Faßl-Lichter sagt: "Unser Ziel ist es, den Kreis der aktiven Eltern zu vergrößern, denn wir sehen es als erforderlich an zu handeln, da der Unterrichtsausfall einfach nicht mehr tragbar ist." Auch kritisiere man den Ablauf der Ausbildung der Seiteneinsteiger. So sei es ein Unding, dass die Seiteneinsteiger erst ab dem ersten Schultag nach den Ferien in einer "Intensivphase" ausgebildet werden konnten, weshalb sie für die ersten vier Wochen als Ersatz nicht zur Verfügung gestanden hätten. Rita Faßl-Lichter schreibt nach Mainz, die Unterrichtsversorgung sei schon zum Ende des vergangenen Schuljahres sehr schlecht gewesen: "Diese Situation hat sich offensichtlich nicht gebessert, sondern noch sehr verstärkt."