Eltern sind sauer auf die Kreisverwaltung

Eltern sind sauer auf die Kreisverwaltung

HOXEL/ Morscheid-Riedenburg. Bei den Eltern in den Morbacher Ortsteilen Hoxel und Morscheid-Riedenburg gibt es kein anderes Thema mehr. Sie ärgern sich über die Kreisverwaltung. Die stellt zum nächsten Kindergartenjahr den Bustransfer der Kinder zur Tagesstätte in Morscheid-Riedenburg ein.

"Einerseits sind wir enttäuscht, dass der Kreis so kurzfristig handelt, andererseits haben wir keine Alternativen angeboten bekommen", spricht Karla Merten den Eltern aus der Seele. Der Kreis habe sich überhaupt kein genaues Bild der Lage gemacht, kritisieren die Eltern weiter. Daher verstehen sie die Entscheidung der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich nicht. "Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen"

Kreissprecherin Ute Erz hält dem entgegen: "Wir orientieren uns in den Entscheidungen immer am Kindergartenjahr. Wir können keine Alternativen anbieten, weil aus unserer Sicht ja kein Anspruch auf Beförderung besteht. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen." Der Kreis ist nach Überprüfung der Situation zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Baulücke zwischen den Ortsteilen Hoxel und Morscheid-Riedenburg besteht. Daher würde auch ein objektiver Betrachter die beiden Ortsbezirke ohne Ortsschilder als einen Gemeindeteil sehen. "Außerdem ist auch bei uns das Geld knapp", führt Ute Erz einen weiteren Grund für die Entscheidung an. Für viele Eltern in Hoxel und Morscheid-Riedenburg aber hat der Wegfall des Bustransfers für die Kinder erhebliche Konsequenzen. "Ich kann nicht mehr arbeiten gehen", sagt eine Mutter, die anonym bleiben möchte. Ein noch größeres Problem haben Timo Fetzer und seine Frau. Er geht den ganzen Tag arbeiten, sie hat gar keinen Führerschein, kann also ihr Kind nicht nach Morscheid-Riedenburg bringen. "Da uns der Kreis keine Alternativen angeboten hat, müssen wir jetzt selbst nach Möglichkeiten suchen", erklärt Karla Merten. Sie hat das alles schon einmal erlebt. Vor drei Jahren hat die Kreisverwaltung den Bustransfer für die Grundschüler eingestellt. Damals haben die Eltern selbst einen Bustransfer auf eigene Kosten eingerichtet. "Wir bezahlen dafür 110 Euro pro Kind im Monat, ich habe eins in der Grundschule und eins im Kindergarten. Wenn wir das auch noch privat aufziehen, bin ich schnell bei 200 Euro." Auch Gemeindevorsteher Achim Zender ist sauer: "Ich habe die Sorge, dass die ländlichen Gebiete immer mehr ausbluten. Kein Wun-der, dass Familien mit Kindern da in die Städte ziehen." Vor einiger Zeit habe man die Post geschlossen, dann die Kreissparkasse, dann den Bustransfer für die Grundschulkinder gestoppt, jetzt seien die Kleinen dran. Die haben Transparente gebastelt und mit zum Fototermin gebracht. Darauf stehen Slogans wie: "Wir sind die Zukunft, spart uns nicht ein", oder "Zwei Kilometer hin, zwei Kilometer her. Das fällt meinen Füßen ganz schön schwer". Doch aller Protest ist wohl umsonst, auch der Einspruch den die Einheitsgemeinde Morbach beim Kreis eingelegt hat. Die Mitglieder des Kreisausschusses haben am 10. Juli den Stopp der Beförderung für die Kindergarten-Kinder in Hoxel und Morscheid-Riedenburg beschlossen. Heute, Montag, findet noch einmal eine Elternversammlung statt. Dort informiert der Kreis über die Einstellung des Bustransfers. Mit dabei sind auch die Ortsvorsteher und Vertreter der Einheitsgemeinde Morbach. Wer weiß? Vielleicht findet sich ja in der Diskussion doch noch eine Lösung. Die 37 betroffenen Kinder aus Hoxel und Morscheid-Riedenburg jedefalls wären sehr erleichtert.