En muselfränkisch Mess

WITTLICH. (noj) Bei der Wittlicher Säubrennerkirmes wird nicht nur Schweinebraten gegessen und Wein getrunken, es werden auch mehr Traditionen gepflegt. Eine davon ist das Festhochamt am Kirmessonntag, das von den 50-Jährigen und den Bipbailen mitgestaltet wurde.

Für manch einen der 50-Jährigen war es vielleicht gar nicht so einfach, pünktlich um 11 Uhr in der Pfarrkirche St. Bernhard zu erscheinen, lagen doch schon zwei feierintensive Tage hinter ihnen. Doch die meisten von ihnen waren sich der Tradition bewusst und nahmen die Plätze in den vier für sie reservierten Reihen in der Kirche ein. Es war dann auch eine etwas andere Messe als an "normalen" Sonntagen. "Wenn aisch singen well, bess dau dao", mit der Meldodie nach Kum-ba-ya, my Lord stimmten die Bipbailen die Gemeinde ein. Doch anders als beispielsweise die Mundartmesse bei der Fastnacht beschränkte sich das Moselfränkische auf die Lieder, die auch von der Gemeinde gerne mitgesungen wurden. Ruth Becker verlas eine Bibelstelle der Epheser, und mahnte alle Kirmesbesucher, dass sie sich "nicht berauschen mit Wein, in welchem Ausschweifung ist." Um eher feste Nahrung ging es in einem weiteren Lied der Bipbailen, die vom "Bruud, dat mihr däälen" sangen. Richtig Stimmung kam gegen Ende der Messe auf, als das beliebte Kirchenlied "Danke" in Moselländischer Mundart gesungen wurde, das noch übertroffen wurde vom Schlusslied: "Mihr haonn dihr hait gesungen, en Muselfränkisch Mess, Oh Här met Engelszungen, et es su wie et es, jao!" Begeisterter Applaus, wie er sonst eher selten im Gotteshaus zu hören ist, beendete die Messe. Fast wunderte es, dass nicht noch "Zugabe"-Rufe ertönten. Doch dafür blieb keine Zeit, denn auf die 50-Jährigen wartete schon der nächste Termin: das Erinnerungsfoto vor der Markuskirche, die für das Hochamt selbst an diesem Tag wegen der Bauarbeiten nicht genutzt werden konnte.