Ende eines Geduldsspiels

MORBACH/WENIGERATH. Die lange Hängepartie in Sachen Info-Zentrum in der Morbacher Energielandschaft (MEL) geht zu Ende. Das lässt zumindest die Aussage von Umweltministerin Margit Conrad hoffen. Sie brachte beim Besuch in Wenigerath die Zusage des Wirtschaftsministers Hendrik Hering mit, sofort einen Bewilligungsbescheid für Fördermittel in Höhe von 150 000 Euro zu unterschreiben. Bis 2009 will er das Projekt mit weiteren 350 000 Euro unterstützen.

Der Stachel sitzt immer noch tief. "Wenn wir mit der Energielandschaft nur hätten Geld verdienen wollen, dann hätten wir nach 14 Windrädern das Tor geschlossen", sagte Bürgermeister Gregor Eibes bei der Zentralveranstaltung der Europäischen Biomassetage in Morbach, an der auch Umweltministerin Margit Conrad teilnahm (der TV berichtete). Stattdessen habe man auf dem 145 Hektar großen Areal ein Modellprojekt für erneuerbare Energien vorantreiben wollen. Fotovoltaik-Anlagen in einer Größenordnung von 4000 Quadratmetern Modulfläche verwandeln Sonnenenergie in Strom. In Kürze nimmt auch eine Biogas-Anlage inklusive zweier Blockheizkraftwerke dort den Betrieb auf. Einer der beiden Fermenter ist bereits mit Gülle gefüllt. Und jede Menge Gras, Getreidepflanzen und Mais warten auf dem Gelände auf Weiterverarbeitung. Die Spitze des Bürgermeisters galt der Tatsache, dass der Landesrechnungshof der Gemeinde zu Beginn des Jahres 2005 vorgeworfen hatte, man habe bei der Beantragung von Fördergeldern verschwiegen, dass man auf dem Gelände der Energielandschaft bereits Einnahmen habe. Das allerdings sei den Behörden in Mainz bekannt gewesen, hatte der Chef der Einheitsgemeinde immer wieder betont. Die Konsequenz aus dem Vorwurf: Längst erwartete Fördermittel für Infrastruktur und ein Info-Zentrum auf dem Gelände der Energielandschaft blieben aus. Lange war auch nicht klar, ob die Morbacher für das Projekt überhaupt von der Landesregierung unterstützt würden.Fördermittel seit Langem zugesagt

Wie dringend Infrastruktur auf dem Gelände ist, zeigen fehlende Toiletten auf dem Gelände. Und das, obwohl in der Vergangenheit zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland die Konversionsfläche besuchten. Eibes nutzte jede Möglichkeit, das Thema bei Vertretern der Landesregierung erneut anzusprechen. Auch den Besuch der Umweltministerin am Freitag ließ er nicht verstreichen, ohne an "die seit Langem zugesagten Fördermittel des Landes" zu erinnern. Die Gemeinde wolle eine Million Euro in Wenigerath investieren, "nicht um die Vergangenheit aufzubereiten, sondern die Zukunft". Auf dem Gelände des ehemaligen US-Munitionslagers solle künftig die Vielfalt von regenerativen Energien demonstriert werden. Eibes' "süffisante Worte" (Conrad) blieben nicht ohne Antwort. Zwar war der Scheck in Höhe von 99 300 Euro, den die SPD-Landespolitikerin irrtümlich zunächst dem Gemeinde-Oberhaupt überreichte, für die Firma Juwi gedacht, die sich mit Windrädern, Fotovoltaik und anteilig auch an der Biogas-Anlage in Wenigerath engagiert, aber Conrad überbrachte der Gemeinde eine frohe Botschaft. Ihr Kollege Hering aus dem Wirtschaftsministerium habe zugesagt, den Bewilligungsbescheid für die Förderung des Info-Zentrums mit 150 000 Euro für 2006 noch am gleichen Tag auf den Weg zu bringen. Zudem stellte er weitere 350 000 Euro bis zum Jahr 2009 in Aussicht.

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