Ende eines Provisoriums

WITTLICH. Nach Jahren des Provisoriums hat die Berufsbildende Schule (BBS) nun endlich wieder ein Elektrolabor. Pro Jahr üben dort etwa 1000 Schüler für die Praxis. Den Landkreis kostete das Labor 425 000 Euro.

Wie programmiere ich den Computer, damit er die drei Förderbänder für die Pizza aufeinander abgestimmt zum Laufen bringt? Wie installiere ich den Schaltkreis für die Hausinstallation richtig? Solche und ähnliche Fragen werden die zukünftigen Elektroniker und Mechatroniker der Berufsbildenden Schule (BBS) in ihrem Berufsleben beschäftigen. Und genau diese Fragestellungen können die Schüler nun in dem neuen Elektrolabor der BBS auch praktisch lösen. Durchschnittlich 1000 Jugendliche werden in Zukunft von den Möglichkeiten des Labors profitieren. Neben den BBS- Schülern gehören dazu auch Schüler des Technischen Gymnasiums und der Höheren Berufsfachschule. Für die Ausbildung an der gewerblich-technisch orientierten Schule sind die praktischen Übungen nicht nur ein Muss, sie machen auch Spaß. Daniel Steffens, einer der Schüler, die für den Pressetermin das Labor vor seiner offiziellen Eröffnung am heutigen Freitag schon mal antesten dürfen, meint: "Das ist mal was anderes, das macht mehr Spaß als herkömmlicher Unterricht. Wenn man etwas selbst ausprobiert, bleibt es auch besser hängen." Sein Mitschüler Mario Stablo pflichtet ihm bei: "Da kann man was ausprobieren und lernt mehr." 425 000 Euro hat der Träger der BBS, der Landkreis, in das Labor investiert. Mit dem Geld wurden zwölf Labortische für je zwei Schüler komplett ausgerüstet, das heißt mit jeder Menge Hardware können alle möglichen Fragestellungen simuliert werden. Schulleiter Erich Schreiner und Fach-Lehrer Joachim Petry freuen sich über die Investition. Petry erklärt: "Technische Labore sind teuer, und ich danke dem Kreis, dass er auch in finanziell schwierigen Zeiten bereit ist, in Bezug auf Bildungsinvestitionen Flagge zu zeigen." Mit dem neuen Elektrolabor, zu dem sich ein kleines Heizungs-Sanitär-Klima-Labor gesellt, das die Kreishandwerkerschaft maßgeblich finanziert hat, beendet die BBS Jahre der Abstinenz beziehungsweise des Provisoriums."Improvisation und Innovation sparen Geld"

Bereits 2000 musste das alte Labor wegen Sicherheitsmängeln geschlossen werden, und die Ausschreibung für das neue Labor zog sich in die Länge. Der Grund: Eine der beiden Firmen, die für einen solchen Auftrag überhaupt in Frage kommen, hatte laut Kreisverwaltung vor dem Hintergrund eines extrem harten Wettbewerbs gegen die Ausschreibung geklagt. Der Spuk ist nun vorbei. Doch wie sieht es mit dem Improvisieren aus? Petry: "Ich danke den Kollegen von der elektrotechnischen Abteilung und dem Hausmeister, denn sie haben mit viel freiwilligem Engagement die noch nutzbaren Geräte unseres alten Labors sicherheitstechnisch aufgearbeitet. Hier vereinigen sich Innovation und Improvisation zu einer Mischung, die dem Schulträger viel Geld spart."