Endlich im Inernet surfen: Freier Zugang über lokales Netzwerk für Daun und Gillenfeld

Endlich im Inernet surfen: Freier Zugang über lokales Netzwerk für Daun und Gillenfeld

Spaß am Surfen, und das ohne zahlen zu müssen: Das wird nun in Teilen von Daun und Gillenfeld geboten. Aber bei den beiden Orten soll es nicht bleiben, auch andere Kommunen in der Verbandsgemeinde Daun denken darüber nach.

Daun/Gillenfeld. Nun wird es spannend: Thomas Rinkel zückt sein Handy, schaut in die Liste der WLAN-Netze - und kann gleich Vollzug melden: "Hat geklappt, ich bin drin im Freifunk-Netz." Eine Nachricht, die auch Friedhelm Marder, den 1. Beigeordneten der Stadt Daun, freut, denn dieser Tag ist für ihn ein besonderer: Mit der Praxis für Krankengymnastik Rinkel-Schmitz im Gebäude des Dauner Hallenbads beteiligt sich das erste private Unternehmen am Ausbau eines freien WLAN-Netzes in der Stadt Daun.
Ein Projekt, für dessen Umsetzung Marder die Federführung übernommen hat. Als er vor Kurzem Thomas Rinkel ansprach, brauchte der nicht lange überlegen: "Das war keine Frage für uns, wir haben gern zugesagt. Schließlich profitieren viele Leute davon."

Als Beispiel nennt er die jungen Leute, die an den Geräten in der Praxis trainieren und dabei Musik hören: "Die können nun ihr Datenvolumen ,schonen‘".
Aber auch Patienten könnten mögliche Wartezeiten durch Internetsurfen überbrücken. Zudem seien die Kosten von gut 100 Euro für die Anschaffung eines WLAN-Routers "wirklich überschaubar".
Friedhelm Marder weist auf einen weiteren Vorteil hin: Auch auf dem bekanntesten Festareal der Stadt, dem Laurentiusplatz am Hallenbad, ist nun kostenloses Surfen möglich. "Das wird eine echt gute Sache für Daun", ist Thomas Rinkel überzeugt. In Zusammenarbeit mit dem RWE und Freifunk Trier wird das Netz in Daun aufgebaut werden, vom Kino in der Leopoldstraße bis zum Krankenhaus in der Maria-Hilf-Straße.Ein großes Netzwerk aus kleinen



"In Rat- und Feuerwehrhaus sowie Kreisbibliothek und Zulassungsstelle der Kreisverwaltung kann das Netz schon genutzt werden, Betriebe wie die Firma Minninger, Foto Nieder oder Optik Mayer wollen mitmachen", freut sich Marder über die bisherige Resonanz. "Zudem sind die Banken angefragt. Geplant ist auch, das Wehrbüschstadion und das Haus der Jugend im alten Bahnhof einzubinden."

Die WLAN-Offensive basiert auf einer Idee der sogenannten Freifunk-Initiative (siehe Extra): Behörden, Geschäfts- oder Privatleute schließen ihren WLAN-Router mit einer speziellen Software ans Freifunk-Netz an, und die vielen Geräte verbinden sich untereinander zu einem großen Netzwerk, bei dem immer der beste Weg ins Internet gefunden wird. Grundsätzlich gilt: Je mehr Leute mitmachen, desto besser wird das Netzwerk. Lange bremste die sogenannte Störerhaftung den Ausbau solcher Netze. Bis zum Frühjahr vergangenen Jahres konnten Betreiber eines Netzes haftbar gemacht werden, wenn darin jemand gegen geltendes Recht verstieß, also zum Beispiel illegal kopierte Fernsehsendungen, Filme oder Musikstücke verbreitete. Dieses große Risiko besteht seit einer Gesetzesänderung seit Mai 2016 nicht mehr. Freies WLAN soll aber nicht allein der Stadt Daun vorbehalten bleiben, auch die Dörfer in der Verbandsgemeinde (VG) Daun können ein Netz einrichten. "Einige Dörfer wie Üdersdorf, Schalkenmehren oder Sarmersbach haben schon Interesse bekundet", berichtet Manfred Hein von der VG-Verwaltung. Router könnten in öffentlichen Gebäuden wie Bürgerhäusern, Schulen oder Mehrzweckhallen installiert werden. In Gillenfeld ist der Ausbau eines Netzes schon begonnen worden. "Nun haben wir das Freifunk-Netz für den Bereich Marktplatz freigeschaltet", berichtet Ortsbürgermeister Karl-Heinz Schlifter. Das Ziel: ein flächendeckendes Netz für den gesamten Ortskern. stsExtra

Freifunk.net basiert auf einer in Berlin gegründeten Initiative, die es jedem erlaubt, sich kostenlos Informationen aus dem Internet zu beschaffen. Freifunk ist die Möglichkeit, jedem Bürger, der sich in der Nähe eines Freifunk-WLAN-Netzwerks befindet, einen freien Zugang zum Netzwerk zu ermöglichen. Freifunk ist gemeinnützig und wird von ehrenamtlichen Helfern in Eigenregie aufgebaut und gewartet. Um in das Netz zu kommen, ist keine persönliche Registrierung nötig. Freifunk weist darauf hin, dass das Netz nicht für große Datenmengen, wie es sie beispielsweise beim Abspielen von Filmen gibt, ausgelegt ist. Es ist vor allem für den Austausch in sozialen Medien gedacht. sts

Mehr von Volksfreund