Endlich wieder freie Fahrt

Auf dem Bürgersteig sicher zum Schulbus: So sollte es sein. Doch in Malborn hatten auf den Bürgersteig wuchernde Äste das Durchkommen verhindert. Besorgte Eltern hatten auf den Missstand hingewiesen. Monatelang tat sich nichts. Doch nachdem sich der TV des Themas angenommen hatte, rückten Arbeiter an und sorgten für einen freien Bürgersteig.

Kein Durchkommen für den kleinen Paul Serwene: Der Bürgersteig in der Hauptstraße in Malborn war lange Zeit völlig zugewuchert. Im Hintergrund ist die Bushaltestelle zu sehen (großes Foto). Doch am Dienstag rückten Arbeiter im Auftrag des Grundstücksbesitzers an und schnitten den Bürgersteig wieder frei.TV-Fotos: Christian Brunker (1)/Hermann Bohn (1)

Malborn. Wenn der kleine Paul mit seinem Spielzeug-Traktor fahren wollte, kam er nicht weit: Denn schon nach wenigen Metern auf dem Bürgersteig ragten Äste komplett über den rund einen Meter breiten Bürgersteig an der Hauptstraße in Malborn. Durchkommen unmöglich.

Auch Schulkinder, die zur Bushaltestelle wenige Meter weiter wollen, mussten auf die Straße ausweichen. Ein gefährliches Unterfangen - vor allem, wenn die Kinder es eilig haben und nicht genug auf den Verkehr achten. "Zwar ist die Straße nicht wirklich stark befahren, aber gerade im morgendlichen Berufsverkehr sind da schon einige unterwegs", sagt Pauls Vater, Thomas Serwene.

Auch auf den anderen Seiten grenzt das völlig verwilderte Grundstück an Straßen und wuchert aus. "Das wurde so schlimm, dass einmal nicht mal mehr die Müllabfuhr durchkam", sagt Serwene. Doch die hätten offensichtlich gute Kontakte gehabt, denn nach kurzer Zeit seien die betroffenen Straßen wieder frei gewesen - nicht aber der Bürgersteig.

Früher stand auf dem Grundstück einmal eine Diskothek. Doch die brannte eines Tages ab. Seitdem kümmert sich niemand mehr um das Gelände. Derzeit ist es als Baulagerplatz ausgewiesen, an einer Ecke liegen Teerablagerungen. Laut Serwene hat ein Gutachten bestätigt, dass die Teerablagerungen unbelastet und damit unbedenklich sind. Das Gelände gehört einer Familie, die aus dem Ortsteil Thiergarten stammt, nun aber nicht mehr dort wohnt.

Arbeiter sorgen für einen freien Durchgang



"Unter den Umständen war es natürlich schwierig, wenn man seinen Kindern beibringen will, nur auf dem Bürgersteig zu gehen", sagt Serwene. Bereits mehrere Male hatte er sich deshalb an die Ortsgemeinde und das Ordnungsamt in Thalfang gewendet. Zum ersten Mal im Juni. Passiert ist zunächst nichts. "Wir haben den Grundstücksbesitzer angeschrieben und ihm mehrfach Fristen gesetzt": Mehr konnte Ortsbürgermeisterin Gabriele Neurohr nicht sagen. Erfahrungsgemäß könne sich ein solcher Vorgang bis zu drei Jahren hinziehen, wenn ein Grundstückseigentümer den Aufforderungen nicht nachkomme und sich rechtlich gegen die Aufforderung wehre. Eine Aussage, die Michael Suska, Leiter Finanzen und Organisation bei der Verbandsgemeinde Thalfang, so nicht stehen lassen wollte. Man habe dem Grundstücksbesitzer eine Frist bis Mitte September gesetzt, sagte Suska. Offensichtlich haben die Anfragen des TV den Prozess beschleunigt: Am Dienstag rückten Arbeiter im Auftrag des Grundstücksbesitzers an und schnitten den Bürgersteig frei. Endlich hat der kleine Paul mit seinem Traktor wieder freie Fahrt.