Engagierter Einsatz in einem fernen Land

Engagierter Einsatz in einem fernen Land

Im Juli 2002 berichtete der Trierische Volksfreund über den aus Traben-Trarbach stammenden Hellmut Hannesen, der ein Jahr zuvor mit seiner aus Pakistan stammenden Ehefrau Shahida Perveen-Hannesen in deren Heimatstadt Lahore ein Hilfsprojekt für behinderte Menschen gegründet hatte. Das engagierte Ehepaar kann sich inzwischen über weitere Erfolge bei seiner mit viel Idealismus ausgeübten Arbeit freuen.

Traben-Trarbach. (GKB) Einmal im Jahr kommt Hellmut Hannesen nach Deutschland, um Geld für den von ihm und seiner Frau gegründeten Roshni-Förderverein zu sammeln, der das Projekt in Pakistan finanziert. "Die laufenden Kosten sind das Problem", erzählt der 62-Jährige, "da sind wir auf private Spender angewiesen". So freut er sich, dass er bereits zum zweiten Mal von der Traben-Trarbacher Langguth-Stiftung unterstützt wird.

Am Rande der Sieben-Millionen-Einwohner-Stadt Lahore widmen sich die Hannesens drei Schwerpunkten: der Sozialtherapie mit behinderten Menschen, einer Waldorf-Schule und dem Bio-Landbau. 40 Behinderte im Alter von 16 bis 58 Jahren arbeiten in Holz- und Textil-Werkstätten. Zehn haben ihre Unterkunft im 2005 gebauten Gemeinschaftshaus, in dem auch das Ehepaar mit seinen beiden Söhnen Sikaner Isa (13) und Yunos Amin (12) lebt.

Einen Kilometer entfernt befindet sich die von Shahida Perveen-Hannesen geleitete Waldorf-Schule, in der zehn Lehrer 150 Kinder von Land- und Fabrikarbeitern unterrichten.

Auch der Bio-Landbau und eine Bio-Bäckerei liegen dem Ehepaar am Herzen. "Es gibt ein kleines Reisfeld, wir haben Ziegen und Büffel, und den Behinderten macht die Arbeit besonders viel Spaß", sagt Hannesen. Zur Hand gehen dem Ehepaar regelmäßig freiwillige Helfer aus Deutschland, die für ein Jahr ihr Praktikum bei der Familie absolvieren und den Aufenthalt in einem islamischen Land als Bereicherung empfinden. Im Bio-Landbau werden sie von einem Agrar-Ingenieur aus Berlin unterstützt. Die Menschen im ländlichen Stadtrandbereich lernen nun wieder, den Boden mit Kompost zu verbessern, anstatt auf chemische Düngung zurückzugreifen. "Wir führen sie wieder auf den natürlichen Weg zurück", sagt der gebürtige Traben-Trarbacher, der in seiner Wahlheimat sehr geachtet ist und die Landessprache Urdu inzwischen gut beherrscht.

Nur vier Tage bleibt er an der Mosel, die Reise führt ihn weiter durch die Republik. "Ich muss gucken, dass wir Spenden kriegen", merkt er an. Familie und Freunde hat er in Traben-Trarbach wieder getroffen und den Riesling genossen, doch nach Pakistan kehrt er gerne zurück. Er freut sich auf die Familie und sein Betätigungsfeld. "In kleiner Form arbeiten wir in drei Richtungen, und die können sich noch weiterentwickeln", ist er zuversichtlich. Wer sich für ein Praktikum interessiert oder das Roshni-Projekt unterstützen möchte, kann sich mit Hellmut Hannesen unter der E-Mail-Adresse roshni@gmx.net in Verbindung setzen.