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Enkirch stöhnt wegen Hochwasserdreck

Enkirch stöhnt wegen Hochwasserdreck

Das erste Hochwasser des Jahres ist vorbei, die Mosel hat sich wieder in ihr Bett zurückgezogen. Zurückgelassen hat sie Dreck und Schlamm. Während die Anlieger längst ihre Keller und tief gelegenen Räume gesäubert haben, sind einige Gemeinden immer noch mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Besonders betroffen ist Enkirch.

(sim) Zweieinhalb Kilometer lang und bis zu 70 Meter breit ist das Enkircher Moselvorgelände. Fast eine Woche stand die Mosel auf den Wiesen und Gehwegen. Jetzt ist sie wieder weg, hat aber stellenweise eine bis zu 20 Zentimeter dicke Schlammschicht sowie Unmengen an Treibgut hinterlassen. Einen Monat sind die beiden Arbeiter allein mit der Reinigung und Entsorgung beschäftigt. Ortsbürgermeister Roland Bender schätzt, dass nach dem jüngsten Hochwasser 120 Kubikmeter Treibholz in Enkirch angeschwemmt wurden, ferner 15 Kubikmeter Müll wie Plastikteile und Möbelstücke.

Das Problem in Enkirch ist nicht nur die sehr große Wiesenfläche an der Mosel, sondern auch die Staustufe. Das Treibgut staut sich dort bei Hochwasser und bleibt an der Uferbepflanzung hängen oder auf den Wiesen liegen. Bender meint, dass sich in den vergangenen Jahren die Fließgeschwindigkeit der Mosel erhöht und die Strömungsverhältnisse an der Schleuse geändert haben. Möglicherweise seien die neuen Hochwasserschutzmauern der Grund dafür. Bender: „Der Hochwasserschutz in Lieser und Kesten ist richtig und sinnvoll. Aber bei solchen Millionen-Investitionen darf man die anderen Orte nicht vergessen.“ Joachim Gährs, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Trier, sagt aber: „Die Strömungsverhältnisse und die Fließgeschwindigkeit der Mosel haben sich nicht verändert.“ Es gebe Hochwässer mit viel und mit weniger Treibgut. Dies hänge auch davon ab, wie viel Holz und Gestrüpp die Nebenflüsse wie Kyll, Ruwer oder Lieser führen.