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Enkircher verlangen schleunigen Ausbau der L 192, deren Zustand sich immer weiter verschlechtert.

Verkehr : „Das können wir nicht länger hinnehmen“

Enkircher verlangen den zügigen Ausbau der L 192, deren Zustand sich immer weiter verschlechtert, und ärgern sich über die Landesregierung.

„Jetzt muss endlich was passieren,“ sagt der Enkircher Bürgermeister Roland Bender und macht seinem Ärger Luft. Denn schon seit 15 Jahren soll die Landesstraße 192 (Sponheimer Straße) in Enkirch ausgebaut werden. Vor Ort zeigt Bender die Schäden: Die Straße ist in einem schlechten Zustand und weist viele Schlaglöcher auf. Kürzlich aufgetragenes Reparatur-Bitumen löst sich schon wieder ab.

Wie Bender erläutert, habe der zuständige Landesbetrieb Mobilität bei seinen messtechnischen Auswertungen immer wieder einen „katastrophalen Zustand der Fahrbahnoberfläche“ bestätigt. „Seit 2011 steht die Sanierung der Straße an. Es gab auch bereits fertig gestellte Planungsunterlagen. Die Straße wurde und wird Jahr für Jahr schlechter,“ sagt Bender.

Die Bürger würden die Untätigkeit nicht hinnehmen und machten mit Aktionen wie, „selbstständiges Füllen der Schlaglöcher mit Beton, ansprühen der Gefahrenstellen mit Signalfarbe und schließlich die Überspannung der L 192 mit dem Banner: ,Malu-Dreyer-Allee’ auf den desolaten Zustand der Fahrbahn aufmerksam“, erläutert Bender.

Er sei bei vielen Ortsterminen mit den beteiligten Behörden, mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten aller Parteien dabei gewesen. Bender: „Unisono wurde von allen der untragbare und gefährliche Zustand der Straße bestätigt. Die Zusagen mancher Politiker waren nichts anderes als Schall und Rauch! Wir Kommunalpolitiker und die   Bürger werden seit Jahren an der Nase herumgeführt. Damit muss jetzt endlich Schluß sein!“

Die Schlaglochpiste der L 192 im Bereich der Ortslage sei nicht nur für den allgemeinen Fahrzeugverkehr eine Zumutung, vielmehr stellt er eine erhebliche Gefahr für Fahrradfahrer und Fußgänger dar. „Es kam auf dem Streckenabschnitt schon zu einigen Geh-und Fahrradunfällen,“ sagt Bender.

Woran liegt es nun, dass die Straße nicht ausgebaut wird und sich immer mehr Ärger im Dorf aufstaut?

Das hängt damit zusammen, dass die Straße von einer Landesstraße zur Kreisstraße abgestuft werden soll. Damit wird der Kreis neuer Eigner der Straße und ist für deren Instandhaltung zuständig. Bender: „Nun sollen die Kreise die Suppe auslöffeln.“ 

Aber noch ist die Übergabe nicht erfolgt, denn es gibt noch keine Einigung über Ausgleichszahlungen, die das Land dem Kreis dann erstatten soll. Schließlich wird mit Kosten über 1,1 Millionen Euro gerechnet.

Das erläutert Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität in Trier: „Die Sponheimer Straße in Enkirch steht in unmittelbarem Zusammenhang zum Gesamt-Streckenzug der L 192 zwischen den Abzweigungen der L 193 und der L 190.“ Der Fahrbahnrand der L 192 zwischen Enkirch und Starkenburg, sei 2011 im Rahmen des Kleinfertigerprogramms der talseitige Fahrbahnrand aufgeschultert worden. Die Straßenmeisterei Bernkastel würde die zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht erforderlichen Arbeiten durchführen. Bartnick: „Der Streckenabschnitt ist entsprechend beschildert und unter den gegebenen Bedingungen sicher zu befahren. Die Unebenheiten stellen bei angepasster Fahrweise keine Verkehrsgefährdung dar, sondern sind nur aus Sicht des Fahrkomforts zu bemängeln.“

Der besagte Streckenzug der L 192 zwischen der L193 und L190 hingegen stehe nach einer Prüfung zur Abstufung an. Das bedeutet, dass der abgebende Baulastträger, das Land Rheinland – Pfalz, die Verpflichtung hat, eine rückständige „Unterhaltung“ nachzuholen. Bartnick: „Der LBM prüft derzeit, welche Ablösezahlungen an den zukünftigen Baulastträger - der Landkreis - geboten sind. Etwaige bauliche Umsetzungen können dann erst nach Einigung mit dem übernehmenden Baulastträger, dem Landkreis Bernkastel-Wittlich, erfolgen.“

Die Kreisverwaltung in Wittlich wiederum wartet darauf, wie sich der LBM entscheidet. Mike Winter von der Kreisverwaltung teilt mit: „Wir warten auf die Prüfung des LBM, welche Ablösezahlungen an den Landkreis Bernkastel-Wittlich als zukünftiger Baulastträger geboten werden. Erst nach der Einigung kann ein eventuell erforderlicher Ausbau durch uns erfolgen.“

Roland Bender ist damit nicht zufrieden: „Das bedeutet für uns Enkircher, dass wahrscheinlich  noch ein paar Jahre ins Land gehen. Das können wir nicht hinnehmen.“

Er weist auch auf ein weiteres Problem hin, das sich aus seiner Sicht nicht mehr aufschieben lässt: „Wir haben in den letzten Jahren im Zuge der Erneuerung von Wasserleitung und Abwassersystemumstellung zahlreiche Ortsstraßen ausgebaut. Zur Finanzierung wurden die Anwohner mit Anliegerbeiträgen herangezogen. Diese neuen Innerortsstraßen befinden sich noch in einem Top-Zustand. Allerdings werden diese Straßen zur Zeit durch den Ausbau und die Sperrung der Schottstraße in Traben-Trarbach als Ausweichstrecken missbraucht.“

PKW-Verkehr und trotz Verbots auch zahlreiche LKW würden die Strecke durch Starkenburg und Enkirch nutzen, um zur Mosel (B 53) zu gelangen. Bender: „Um die Buckelpiste der Sponheimer Straße zu vermeiden, nutzen die Verkehrsteilnehmer lieber die engen, aber neuen Ortsstraßen als Ausweichstrecke.“

 Aus Frust darüber, dass die Straße nicht repariert wird, haben Enkircher Bürger ein Schild mit der Aufschrift „Malu-Dreyer-Allee“ aufgestellt.
Aus Frust darüber, dass die Straße nicht repariert wird, haben Enkircher Bürger ein Schild mit der Aufschrift „Malu-Dreyer-Allee“ aufgestellt. Foto: TV/Hans-Peter Linz

Aber damit nicht genug, denn wenn der Ausbau der L 192 weiter verschoben wird, ergibt sich, so Bender, ein neues Problem: „Im oberen Teil der Sponheimer Straße haben die Werke der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach die Erneuerung der Wasserleitung und erstmalige Herstellung von getrennten Abwasserleitungen in den Wirtschaftsplan 2020 aufgenommen und planen den Baubeginn Ende des Jahres.“