Entscheidung aus gutem Grund

Eine Produktionshalle mit 500 Quadratmetern Nutzfläche, 216 Quadratmetern Bürogebäude, dazu befestigte Außenanlagen und Reserveflächen zur Produktions-Erweiterung. Ein stattlicher Betrieb, der auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern im Interkommunalen Gewerbepark Hunsrück-Mosel HuMos entsteht. 500 000 Euro investiert das Idar-Obersteiner Unternehmen Stephan Sondermaschinenbau in Grundstück und Gebäude. Dafür erhält es etwa das Doppelte an Raum und eine um das Vierfache längere Montage-Straße. Am 31. März 2004 will die Laufelder Industriebaufirma Feit fertig sein. Mit dem Umzug ist ein Aufstocken der Mitarbeiterzahl von elf - vorwiegend Elektro- und Konstruktions-Ingenieure sowie Maschinenbau-Techniker - auf 15 vorgesehen. Von der Edelsteinstadt in die Einheitsgemeinde

Anlass für die Umorientierung von der Edelsteinstadt in die Einheitsgemeinde ist die räumliche Enge im angestammten Werk. Nach jüngsten Aufträgen war sogar die Anmietung zusätzlicher Räume erforderlich. Stephans Kunden sind große Zulieferbetriebe der Automobil-Industrie, die sich an der Nahe für den Golf 5 (ab Mitte Oktober auf dem Markt) oder den voraussichtlich nächstes Jahr erscheinenden BMW Einser (Kleinwagen-Klasse) ihre Prozesse automatisieren lassen. Daneben hat sich die Firma in Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetik-Industrie einen Namen gemacht, fertigt etwa für VDO Siemens. Laut Geschäftsführer Arnold Kolz hat "Stephan" mit dem Bau von "Sondermaschinen mit eigener Konstruktion und Steuerungsmechanik" eine Nische gefunden. Seit Kolz 2000 die Firma erworben hat, sind 85 Prozent Neukunden zu verzeichnen. Ein Erfolg, den der Unternehmer auf die Leistung der Mitarbeiter zurück führt. In den vergangenen zehn Jahren habe niemand die Firma verlassen. Auch künftig möchte Kolz "mit kompetenten Firmen von außerhalb arbeiten". Oft höre er von Auftraggebern: "Wenn die Leute aus der Eifel oder dem Hunsrück kommen, wissen wir, dass das funktioniert." Daraus schließt Kolz: "Begeisterung ist heute das A und O in Deutschland." Dass die Standort-Entscheidung für Morbach fiel, lag an der "Energie, was zu bewegen", die Kolz dort bemerkte. Doch ebenso an seiner Heimatverbundenheit. Denn nachdem ihn sein berufliches Engagement über die Eifel an die Nahe geführt hatte, freut sich der Horather "wieder nach Hause zu kommen". Hat er von HuMos doch freien Blick auf seinen Wohnort. "Für mich geht ein Traum in Erfüllung", gestand Kolz und dankte "Frau und Familie, die hinter mir gestanden haben". Mit "Stephan" hat sich erstmals ein Nicht-Morbacher-Betrieb für HuMos entscheiden. Was Bürgermeister Gregor Eibes zu schätzen weiß. Denn die Konkurrenz sei groß, stellte er mit Blick auf Gewerbeparks wie in Simmern fest. "Erfreulich, dass man den Mut hat, in die Zukunft zu investieren", lobte Eibes. Die Entscheidung des Zweckverbands, auf HuMos auch kleineren Betrieben die Möglichkeit zur Ansiedlung zu bieten, sei die Richtige gewesen. Für die Flächen zwischen 2500 und 5000 Quadratmeter liegen bereits mehrere Anfragen vor.

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